Multivision 500 – VGA Kabel Selbstbau

Hallo zusammen,
durch Zufall heute meinen alten Multivision 500 für den Amiga 500 wiederentdeckt. Leider konnte ich die zugehörige Box nicht entdecken.
Dieser Umstand ist schlecht, denn der Multivision benötigt zum Generieren eines Bildes zusätzliches H/V Sync Signale, die nicht an Denise anliegen.  Die externe Box greift diese lediglich über den RGB Port ab und gibt diese über das 10-adrige Kabel über PIN 9+10 zurück an die Multivision Platine.
Diese Signale liegen im Amiga an mehreren Punkten an. Am einfachsten greift man diese am RGB Port an PIN 11 und 12 ab.
Natürlich auch über das Widerstandsnetzwerk RP403 an PIN 6 und 8 oder an den anliegenden VIAs zwischen RP403 und dem RGB Port. Ein Durchgangsprüfer hilft an der Stelle ungemein 🙂
Für meinen Test greife ich das Signal direkt am RGB Port ab. Das geht fliegend am besten mit einer Klemm-Prüfspitze. Zudem wird ein 10-adriges Kabel mit einer 2×5 PIN Buchse benötigt.

Die Beschaltung am Multivision 500 Port ist ganz einfach:

Multivision 500 - PIN Reihenfolge
Multivision 500 – PIN Reihenfolge
PIN Multivision VGA Buchse
1 (Rot) 1
2 (Rot Masse) 6
3 (Grün) 2
4 (Grün Masse) 7
5 (Blau) 3
6 (Blau Masse) 8
7 (H-Sync Monitor) 13
8 (V-Sync Monitor) 14

Die restlichen PINs der VGA Buchse bleiben frei!

Im letzten Schritt verbindet Ihr noch die Prüfspitze mit den beiden Kabeln und setzt diese je am RGB Port an Pin 11+12.

Hier noch Bilder vom fertigen Aufbau:

Gelötete VGA-Buchse - Rote Ader ist PIN 1
Gelötete VGA-Buchse – Rote Ader ist PIN 1
8 PINS VGA-Buche, 2 PINS RGB Port
8 PINs VGA-Buche, 2 PINs RGB Port
PIN 11+12 am RGB Port
PIN 11+12 am RGB Port

Ein Funktionstest zeigt ein korrektes Bild auf dem TFT Monitor. Lediglich das manuelle justieren des Bildes mit beiden Potis ist nervig! Momentan bleibt der Multivision 500 im Amiga 500. Durch einen guten Monitor der 15 KHz, wie beispielsweise von BenQ, ist ein Scandoubler eigentlich überflüssig. Vielleicht wird die Sache aber interessanter wenn irgendwann, in nicht allzuferner Zukunft, ein Scanline Generator dranhängt. Dieser kann mit den 15 KHz des Amiga´s nichts anfangen. Außerdem geht doch nichts über das Look&Feel ein 1084S Monitors 😉

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Indivision AGA 1200 MK-II

Was lange währt wird endlich gut. Die meisten Amiga Anwender sehnten sich nach dem Nachfolgeprodukt des Indivision 1200 und nun ist er endlich verfügbar.

Im gut geschnürtem Paket enthalten ist:
1. Indivision AGA 1200 MK-II
2. Adapterplatine für DVI
3. Bolzen zur Befestigung der Adapterplatine
4. Erdungskabel
5. Anleitung
6. Flyer der Amiga Future

Lieferumfang Indivision MK-II
Lieferumfang Indivision MK-II

Die wichtigste Neuerung ist der DVI-Anschluss. Der Amiga kann somit direkt mit Monitoren der neusten Generation betrieben werden. Über Adapter ist beispielsweise auch HDMI etc. möglich. Wer einen Monitor mit VGA Eingang hat muss ebenfalls einen Adapter aufstecken. Zumeist liegen diese bei PC Grafikkarte mit im Karton.

Die Anleitung beschreibt den Einbau des Indivision sehr gut. Wer mit einem Schraubendreher umgehen kann und etwas Zeit und Ruhe mitbringt, für diesen Personenkreis stellt der Einbau keine Hürde dar. Das wichtigste ist, zuerst lesen, verstehen und dann Hand anlegen.
Gegenüber dem ersten Indivision hält der Sockel den Flickerfixer auch wenn der Amiga etwas ruppiger angegangen wird. Das erste Modell hatte die Angewohnheit bei jedem kleinesten Stoß aus der Lisa zu springen. Der neue Sockel ist eine Wucht, man hat arge Mühe die Platine unbeschadet vom Sockel runterzubringen 🙂
Desweiterem zeigte das erste Modell bei geschlossenem Gehäuse gerne Grafikfehler die durch die Hitzentwicklung der Lisa erfolgte. Bei mir lief der A1200 mit MK-II gute 3 Stunden im Battle Squadron Demo Modus ohne Grafikfehler oder flimmern.

Indivision MK-II im Amiga 1200 eingebaut
Indivision MK-II im Amiga 1200 eingebaut
Erdungsband angeschlossen
Erdungsband angeschlossen

Nach dem einschalten zeigt der Amiga erwartungsgemäß sein Bild auf dem Monitor/TFT an. Links oben ist kurz das Individual Computers Logo zu sehen. Die Workbench sieht wie gewohnt aus, allerdings war bei mir das Bild stark gestreckt. Somit können Objekte im unteren Bildschirmdrittel nicht erreicht werden. Mein Monitor erlaubt ein Auto-Setup und anschließend war alles ok.
Das Bild ist hervorragend und die Farben klar und satt. Wer bisher einen Commodore 1084S Monitor verwendete kann das klare Bild kaum fassen.

Red Sector Mega-Demo - Circle Twist
Red Sector Mega-Demo – Circle Twist
Battle Squadron Titlescreen
Battle Squadron Titlescreen

Nach der ganzen Euphorie hier noch ein Dämpfer. Wer seinen Amiga 1200 mit Erweiterungskarten vollgestopft hat, bei dem könnten Erweiterungen wie BVision oder Elbox FastATA Schwierigkeiten bereiten. Das ist wahrscheinlich eine Milimeter Sache die entscheidet ob es passt oder nicht!

Tja, was gibt es noch zu sagen…  das Teil ist hot und wer als Amiga Freak nicht zugreift ist selbst schuld! Lange wird es den neuen Indivision nicht zu kaufen geben.

Don´t be shy, don´t be hesitate, buy your Indivision today!