Harnleiterschiene entfernen

Ein großes Interesse der Blogleser bezieht sich auf das Thema „Entfernung einer Harnleiterschiene“. Aus diesem Grund bat ich meinen Kollegen sein Erlebnis zu schildern. Los gehts…

Mich erreichten viele Zuschriften mit der Bitte doch einmal die Entfernung der Harnleiterschiene zu beschrieben. Eigentlich stand auf meiner Liste die Entfernung des Nierensteins mittels URS bzw. ESWL. Hier nun mein Erfahrungsbericht.
Die Nierensteine sind endlich Geschichte. Nach dem letzten Eingriff legten die Ärzte im Krankenhaus nochmals eine Harnleiterschiene. Die Schiene ist nicht nur notwendig zur Verbeugung einer Stauung durch Nierengries sondern dient auch zur Abheilung des geschundenen Harnleiters. Inzwischen sind 2 Wochen seit meiner Entlassung aus dem Spital vergangen. Das letzte Kapitel steht noch an. Das ziehen der Harnleiterschiene, dem sog. Pig-Tail, erfolgt ambulant beim Urologe. Zeitlich sind ca. 2 Stunden einzuplanen.
Frohen Mutes ging es zum Urologe. Beim Öffnen der Eingangstür wurde es mir doch mulmig. Im Internet sind eine Menge an Horrorstories vertreten. Es hilft letzten Endes alles nichts, die Schiene muss raus. Direkt nach der Anmeldung führte mich eine Arzthelferin ins Behandlungszimmer. Der Raum besteht aus einem Frauenarztstuhl an deren Ende ein riesiger Scheinwerfer angebracht ist. Vertrauenserweckend sieht anders aus…
Es folgt das obligatorische ausziehen der Unterwäsche. Mit leicht zitternden Knien legte ich mich auf dem Behandlungsstuhl. Die Arzthelferin rückte die Beinschienen des Stuhles zu recht. Die Position ist natürlich ungewohnt doch sehr bequem. Die Arzthelferin legte das notwendige Behandlungsbesteck auf einen sterilen Tisch. Kopfhaube, Handschuhe, Mundschutz, das volle Sicherheitsprogramm, so soll es sein :). Doch nun zum weniger Spaßigen Teil. Die Helferin schnappte sich meinen Penis unterhalb des Schaftes. Mit der anderen Hand nahm sie vom Arbeitstisch eine Art Klammer. Diese Klammer umschloss nun mein bestes Stück. Somit war die Harnröhre geöffnet. Zufrieden mit der Welt lehnte ich mich entspannt zurück. Die Vorbereitung war noch nicht vorbei. Erneut trat die Arzthelferin, die übrigens mit Ihrer Kappe und Mundschutz super sexy aussah, an mich heran. Aus dem Augenwinkel sah ich eine aufgezogene Megaspritze. Mein erster Gedanke war Mamamia! Doch alles halb so schlimm. Die Spritzenspitze führte Sie oberhalb der Harnröhre ein. Das Gel daran soll die Harnröhre schmerzunempfindlich machen. Die Einwirkzeit beträgt ca. 5 Minuten. Solange passiert also nichts mehr. Nun hieß es warten, 5 Minuten, 8 Minuten, 10 Minuten, 12 Minuten und nun kam der Arzt herein. Begrüßte mich kurz und machte sich anschließend steril. Die Arzthelferin war ihm beim Anziehen der Kopfhaube, Handschuhe und Mundschutz behilflich. Anders als geplant nehme er ein flexibles Endoskop. Was sollte ich schon darauf antworten? Als ich das Teil aber sah, wurde mir ganz anders. Der Angstschweiß lief mir den Rücken und die Stirn hinunter. Er führte den Schlauch in die Harnröhre ein. Wenige Sekunden später meinte er: „Nun ganz locker sein, wir sind am Blasenschließmuskel. Da müssen wir vorbei.“. Das tat trotz lokaler Gelbetäubung etwas weh. Der Arzt drehte an verschiedenen Rädchen die am Endoskop befestigt sind. Nach gefühlten 60 Minuten, es waren aber nur 30 Sekunden, zog er die Harnleiterschiene langsam aus mir heraus. Yeah, das Teil ist nun Geschichte. Mit dem Endoskop hat der Arzt noch meine Blase mit Wasser aufgefüllt. Ich solle nun zur Toilette gehen und pinkeln. Das erste pinkeln war leicht schmerzhaft doch gut zu ertragen. Die Entfernung der Harnleiterschiene war innerhalb 15 Minuten geschafft. Der Urologe schaut sich die Niere etwa 1 Stunde nach der Entfernung mittels Ultraschall nochmals an. Dies sei notwendig da sich der Harnleiter reizen und somit eine Schwellung erzeugen kann. In diesem Fall könne der Urin nicht abfließen. Das Warten sind bange Minuten. Doch bei mir verlief alles gut. Somit verabschiedete ich mich und verließ die Arztpraxis. Harnleiterschienenfrei!
Also wer eine Schiene hat muss keine schlaflosen Nächte haben. Die Entfernung ist etwas unangenehm, doch mehr auch nicht.
Nach einsetzen meiner Schiene konnte ich 3 Tage nicht arbeiten. Hatte ständigen Harndrang obwohl mein Gehirn wußte, die Blase ist leer. Mein Körper gewöhnte sich schnell an die Schiene. War regulär auf Arbeit. Auf Sport ist während dem tragen der Schiene zu verzichten. Ansonsten reibt die Schiene zu stark an der Schleimhaut. Dies kann zu leichten Blutungen führen. Also lieber auf dem Sofa flanschen 🙂

Drück allen Harnleiterschienenträger die Daumen und Kopf hoch!

Nierenstein – Harnleiterschiene – Drama, eine wahre Geschichte Teil 1

Aufgrund der regen Beteiligung zum Artikel über die Nierensteine, bat ich meinen Kollegen, ob er seine Erlebnisse während der Zeit seiner Erkrankung erzählen möchte. Er kam dieser bitte gerne und nachfolgend seine Erlebnisse.

Ich beginne mit den Untersuchungen im Krankenhaus. Vor Schmerz gekrümmt legte ich mich auf den Untersuchungstisch. Die Ärztin begann mit der körperlichen Untersuchung. Dabei drückte Sie an meinem etwas voluminösen (Bier)bauch rum. Soweit alles ok, bis ich mich aufsetzen musste damit Sie meinen Rücken abtasten konnte. Tasten ging dem klopfen über, als Sie im Bereich meiner Niere klopfte durchzuckte mich ein elendiger Schmerz und ich musste laut aufschreien. Sie entschuldigte sich und bat mich nochmals auf den Rücken zu legen. Mit dem Ultraschallgerät Scannte Sie meine Organe. Als Sie meine Nieren Betrachtete drehte Sie den Bildschirm zu mir damit ich sehen konnte was Sie sah. Sie sagte meine Niere wäre hochgradig gestaut. Noch zwei bis drei Schnappschüsse, Blut- und Urinabgabe  und ab auf Station um das Krankenbett zu fassen. Wobei der Weg dorthin sehr schmerzreich war und mein Magen 2x rebellierte. Ich fühlte mich hundeelend, die Sehnsucht nach einem Ende der Schmerzen war sehr groß. Eine Schwester holte mich am Fahrstuhl ab und zeigte mir das gut eingerichtete Zimmer mit allem Komfort. „Endlich lohnt sich der Privatpatientenstatus“ dachte ich mir. Etwa eine Minute später kam der Stationsarzt mit einem Flüssigkeits- und Schmerzmittelgemisch an. Dummerweise bekam ich einen zentral Katheter, einen sog. Butterfly, verpasst. Auch noch in den Handrücken, doch irgendwie war mir alles egal. Hauptsache diese verdammten schmerzen hören auf. Ich sah wie die Flüssigkeit meine Vene erreichte und dort kalt in meinen Körper floss. Eine Krankenschwester trat ein und legte mir ein komisches Hemd mit Stümpfen auf das Bett. Sie überreichte dem Arzt einen Zettel und er wendete sich wieder mir zu. Es war ein Aufklärungsbogen zum Legen einer Harnleiterschiene.  Meine Niere sei hochgradig gestaunt und müsse entlastet werden. Ansonsten kann es zu schwerwiegenden Folgekomplikationen kommen. Er gab sich sehr viel Mühe mir alles genau zu erläutern und verwies auf mögliche Komplikationen. Diese las ich besser nicht durch, davon bekommt man nur Panik. Der Part ob ich Medikamente nehme war schlicht mit einem „Nein“ beendet.

Der Arzt sagte noch, der Narkosearzt käme in 10 Minuten vorbei um. Es ging alles so schnell die beiden Ärzte konnten sich beinahe die Türklinke geben. Nun gut, der Narkose Arzt stellte wiederum einige Fragen. Teilweise hatte ich diese bereits dem Stationsarzt mitgeteilt aber nun gut. Etwas geschockt war ich, als ich erfuhr, wann ich auf den Opfertisch soll. Bereits in einer knappen Stunde soll es losgehen. Er reichte mir die Hand, lächelte und sagt es handle sich um einen Routineeingriff der täglich praktiziert werde. Inzwischen wirkte das Schmerzmittel und ich konnte mich mit Hschid unterhalten. Mir ging es so gut, dass ich eigentlich heimgehen wollte. Ein hoch auf die Pharmaindustrie die solch geilen Stoff herstellen können.

Die Zeit Verrinn und die Schwester kam rein. Als ich immer noch in meinen Straßenklamotten auf dem Bett saß, fauchte diese mich an: „In 10 Minuten geht es in den Operationssaal. Ziehen Sie nun bitte die Strümpfe an.“  Ich entgegnete, dass ich keine Ahnung habe wie man die Teile anzieht. Sie darauf zu Hschid: „Raus hier!“. Er ging und ich musste mich ganz nackt ausziehen. Es war mit schon ziemlich peinlich da Sie auch meine Männlichkeit sah. Als Unterhose musste ich ein komisches Geflecht aus Stoff anziehen. Im OP wird dieser anscheinen aufgeschnitten. Desweiterem ein hässliches Flügelhemd mit freie Sicht auf meinen Po. Die Thrombosestrümpfe waren eine Herausforderung. Anziehen, dazu alleine, nie im Leben. Die Strümpfe waren so eng, die Schwester bekam diese kaum über meine Waden. Die Schwester brachte mir noch eine Beruhigungspille die ich brav mit einem Glas Wasser runterspülte. Nun lag ich alleine im Zimmer, schaute unter die Bettdecke und zog das Flügelhemd etwas hoch. Dort war mein bestes Stück… ich muss es zum Ersten Mal hilflos fremden Menschen überlassen die mit Geräten in meine Harnröhre fuhren. Hoffentlich geht alles gut… ich brauch den kleinen da unten noch! Besser nicht darüber nachdenken…

Die Tür öffnete sich und ein Krankenpfleger trat ein und sagte: „Sind Sie bereit? Es geht los in den OP!“. Ich nickte, die Hände von null auf nichts in Schweiß gebadet! Wow, ich hatte ziemlich schiss da ich während der OP nicht ansprechbar bin. Hilflos fremden Menschen ausgeliefert! Während der Krankenpfleger mein Bett aus dem Zimmer zog, dabei einige Ecken mit dem Bett mitnahmen, beruhigte er mich etwas. Er scheint meine Nervosität erkannt zu haben. Also Smalltalk bis und im Fahrstuhl über Hobby und Frauen. Vielleicht hätte ich nicht erwähnen sollen dass die junge blonde Assistenzärztin heiß aussieht… Schwamm drüber.

Die OP Tür war für mich noch verschlossen. Also erneut warten und das Beste denken. Nun war ich dort, wo ich nie hinwollte. Die Krankenhausatmosphäre liegt mir einfach nicht. Ein Laminatboden in einem komischen grau mit weißen Wänden gepaart. Manchmal ein Bild an der Wand um die tristen Gedanken zu erhellen. Die OP Schiebtür öffnete sich, es war soweit. Mein Bett reingeschoben neben dem OP Tisch. Ich wurde aufgefordert rüber zu rutschen was ich brav tat. Der Narkosearzt sah sich meinen Butterfly an und meinte an der Stelle ist dieser ungeschickt. In diesem Moment dachte ich: „Geil, das Ding kommt raus J“. Tja, falsch gedacht, zwar wurde der Butterfly entfernt doch an anderer Stelle ein neuer gepflanzt. Zumindest störte die Stelle am Unterarm nicht so. Zumindest war dies mein Eindruck. Im OP waren einige Monitore und es piepte aus allen Richtungen.  Eine Schwester legte mir an den Zeigefinger einen kleinen Clip an. Sie sagte mir zwar wofür der da ist doch heute weiß ich es nicht mehr. Anschließend wurden an der Brust mehrere Pads angelegte die das Herz überwachen. Der Narkosearzt laberte über Gott und die Welt. Eigentlich war mir nicht danach doch es lenkte meine Gedanken ab. Der Narkosearzt drückte eine Spritze in meinen Butterfly. Er fragte nach einigen kleinen Mathespielchen. Als Beispiel wie viel 5 mal 5 usw. Die ersten paar löste ich problemlos. Langsam wurde mir schummerig… ich versuchte dies noch dem Arzt mitzuteilen und dann wurde es dunkel…

—> Weiter geht es in Teil 2… schaut wieder vorbei 🙂