SCSI2SD Adapter im Amiga A590

Nach dem Upgrade des DMAC meiner A590 streckte die SCSI-Festplatte endgültig die Flügel. Ersatz muss her, klaro, doch ganz so einfach ist die Wahl nicht. Es stehen neben der traditionellen SCSI Festplatte noch der SCSI2IDE Adapter zur Auswahl.
Die SCSI Festplatte scheidet aufgrund Ihres Betriebsgeräusches und der Tatsache, nur noch gebrauchte Ware zu erhalten aus. Der SCSI2IDE Adapter hat hier bessere Karten. Zwar sind im Handel nur noch vereinzelt IDE Festplatten erhältlich, doch so schnell sterben diese Dinosaurier nicht aus. Die Wahl war getroffen so ging es an die Vorbereitungen. Die Wahl traf auf einen Yamaha Adapter. Noch vor dem öffnen des A590 Gehäuse gab es das erste Problem. Der Adapter war zu breit um ohne Modifikation ins A590 Gehäuse zu passen. Etwas geknickt doch nicht mutlos überlegt. Vor einiger Zeit bezog ich von einem Kollegen aus den USA einen SCSI2SD Adapter. Bisher lag dieser nur in der Box doch diese Zeit war nun reif.

SCSI2SD Adapter
SCSI2SD Adapter

Die breite der Platine überschreitet nicht die Breite einer regulären Festplatte. Somit paßt der SCSI2SD Adapter wunderbar in die A590. Für die Konfiguration ist eine MicoSDHC Karte und ein Mini USB Stecker notwendig. Also Karte eingelegt und den USB Stecker an den Rechner angeschlossen.
Auf der Herstellerseite steht das Konfigurationstool (scsi2sd-util.exe) und der Statusmonitor (scsi2sd-monitor.exe) bereit. Der Monitor überprüft lediglich ob die SCSI2SD Hardware korrekt funktioniert. Achtung: Der SCSI2SD Adapter speichert seine Konfiguration in die Hardware! Somit ist ein schneller Wechsel zwischen mehreren SD Karten nicht möglich ohne Änderung der Konfiguration!

SCSI2SD Monitor
SCSI2SD Monitor

Das SCSI2SD Konfigurationstool bietet interessante Möglichkeiten an. Für Amiga User ist das Feature mehrere Geräte-IDs zu konfigurieren vorteilhaft. Beim SCSI-2 können bis zu 7 Geräte gleichzeitig am SCSI Bus angemeldet sein. Wobei eine ID jeweils vom Controller selbst belegt ist. Somit können Festplattencontroller die eine Limitierung des Festplattenspeichers besitzen oder kein Direct-SCSI sprechen, mehrere Geräte mit einer SD-Karte simulieren.

SCSI2SD-util
SCSI2SD-util
SCSI2SD-util Device
SCSI2SD-util Device

Als Beispiel sei der Commodore A2090 Festplattencontroller genannt. Standardmäßig liegt die Limitierung pro Festplatte bzw. Partition bei 256MB . Mit dem SCSI2SD Controller können nun 4 virtuelle Festplatten mit je 256 MB simuliert werden. Der A2090 erkennt diese virtuellen Geräte je als eigenständige Festplatte an. In der HDToolbox existieren daher 4 Festplatten. Ein wunderbares Feature! Ebenso ist zur Terminierung des SCSI Bus ein aktiver Terminator integriert!

Zurück zum Thema, dem Einbau in die A590 🙂
Die Inbetriebnahme ging flott über die Bühne. Es gab nichts unerwartetes was einen Amiga User schrecken müsste. Einige Bilder zur Komplementierung des Setups.

HDToolbox A590 Setup
HDToolbox A590 Setup
HDToolbox A590 Setup 2
HDToolbox A590 Setup 2
Installation der Workbench
Installation der Workbench. Ein ‚assign‘ vermeidet das Umbennen der Diskette 😉
Installation der Extra Diskette.
Installation der Extra Diskette.
SCSI2SD fertig eingebaut im A590
SCSI2SD fertig eingebaut im A590

Weil jetzt garantiert noch Fragen bzgl. der Geschwindigkeit des SCSI2SD Adapter kommen. Der Adapter ist mit meiner A590 relativ lahm. Kommt über 1,3MB/s nicht hinaus. Die A590 ist mit ROM 7.0 ausgestattet. Angeblich existiert ein 14MHz Patch um dem Bus das maximum abzuverlangen. Wer dies möchte kann es tun, momentan bin ich froh den Deckel auf die Hardware zu bekommen. Einfach nur die Hardware „benutzen“, mehr nicht 🙂

In diesem Sinne, schaut mal wieder bei mir rein oder laßt ein Kommentar da. Danke und wann hast du zuletzt Deinen Amiga eingeschaltet???

 

SCSI-2-IDE Adapter im Amiga

Vor 2 Wochen am Retroabend gab es eine hitzige Diskussion über die SCSI zu IDE Adapter im Amiga. Das Amiga System erschien zu einer Zeit als SCSI Systeme den Festplattenmarkt dominierten. Heutzutage ist es hingegen schwierig noch an SCSI Festplatten heranzukommen, die schnell, leise und robust sind. In diese Lücke preschen nun die oben genannten Adapter.

Insgesamt sind in meinem Besitz Adapter von 3 verschiedenen Herstellern.
1. ACARD (http://www.acard.com/english/home.jsp)
2. IO-DATA
3. Yamaha

ACARD-7720, IO-Data, Yamha
ACARD-7720, IO-Data, Yamha
von oben nach unten
ACARD-7720, IO-Data, Yamha
ACARD-7720, IO-Data, Yamha
Rückseite

 

Im Bild sind diese jeweils von oben nach unten dargestellt. Sowohl die Vorder- als auch die Rückseite.

Die meisten Amiga System wurden als SCSI-1 oder SCSI-2 produziert. Die maximale Geschwindigkeit bei SCSI-2 betrug 10 MB/s. Als Steckkarten im Amiga 500 oder 2000 war die Geschwindigkeit seitens des Zorro Bus limitiert. Daher diente, um die maximale Geschwindigkeit auszureizen als Testsystem ein Amiga 1200 mit einer Blizzard 1230 MK-4 mit SCSI-2 Controller.
Das sog. SCSI-Kit der Blizzard hat intern einen 26-pol. Anschlussstecker. Somit musste erst ein Adapter von 26-pol auf 50-pol gebaut werden um die SCSI-2-IDE Adapter anzuschließen. Im Internet finden sich zig Anleitungen mit der Pinbelegung. Grüne Leitungen sind Datenleitungen und weiße sind Ground. Zur Sicherheit bestückte ich alle GND Anschlüsse (wäre nicht notwendig gewesen ;)).

Blizzard 1230 MK-4 mit SCSI-Kit
Blizzard 1230 MK-4 mit SCSI-Kit

Die Rahmenbedingen sind der erwähnte A1200 Mainboardrevision 2B und Phase5 Blizzard 1230 MK-4.
Festplatte:         1,8 Zoll Toshiba MK2004GAL
Dateisystem:     PFS3
Mask:                  0x7FFFFFFF
Max Transfer:   0x7FFFFFFF
SCSI direct

Toshiba MK2004GAL
Toshiba MK2004GAL

Die SCSI Einstellungen erfolgten mittels Unitcontrol. Dieses ist Teil des Blizzard SCSI Kits und befindet sich dort auf Diskette. Die grafische Einstellungen sind nach einem Softreset zurückgesetzt. Dauerhaft läßt sich dies über die Shell lösen. Das Readme erklärt die notwendigen Parameter ausführlich. Ganz wichtig hierbei ist den Eintrag in der startup-sequence oben zu plazieren!

Mir genügte die Sysinfo Messung für die Laufwerksgeschwindigkeit. Andere Tools wie beispielsweise Drive Speed oder SCSI-Bench liefern deutlich aussagekräftigere Ergebnisse. Für einen schnellen Überblick genügt die grafische Aufbereitung seitens Sysinfo.

ACARD-7720U:

ACARD-7720 Sysinfo
ACARD-7720 Sysinfo

IO-DATA R-IDSC-E/R Ver. 1.30.9

IO-Data Sysinfo
IO-Data Sysinfo

Yamaha

Yamaha Sysinfo
Yamaha Sysinfo

 

Fazit:
Der Messung zufolge liegt der ACARD Adapter deutlich vorne. Desweiterem erscheinen weiterhin Firmware Updates für diesen Controller. Gerade für Besitzer einer Blizzard lohnt sich das einspielen der Updates. Das Update erfolgt über den PC mit angeschlossenem Adapter und booten im DOS Modus. Am SCSI-2-IDE Adapter selbst darf kein Endgerät angeschlossen sein!

Yamaha und IO-Data liegen etwa gleichauf. Bei beiden ist die Entwicklung eingestellt. Support oder eine neue Firmware gibt es zukünftig definitiv nicht!

Für einen Amiga 500 oder 2000 Besitzer mit Zorro SCSI Steckkarte eignen sich die Adapter von Yamaha bzw. IO-Data. Alle anderen Amiga Besitzer mit Turbokarte mit integriertem SCSI Anschluss sollten eher Ausschau nach dem ACARD nehmen.

Hier die notwendigen PDFs für IO-DATA und Yamaha Adapter. Die Anleitung zum ACARD-7720 steht auf deren Webseite.

R-IDSC-E050418
Yamaha SCSI-2-IDE Converter

DKB 1240 Mongoose – Turbokarte für Amiga 1200

Vor einiger Zeit bekam ich eine DKB 1240 „Mongoose“ Turbokarte für den Amiga 1200. Anders als vielleicht die 1240 vermuten lässt, befindet sich ein 68030 Prozessor auf dem Board. Eigentlich hatte ich keine Lust ein funktionierendes Gespann mit Phase5 Blizzard MK-IV auseinander zu rupfen. Daher vergingen einige Wochen bis ein Freund mich bat ihm eine Turbokarte auszuleihen. Er hatte sich eine Karte neu gekauft die nach wenigen Minuten abstürze fabrizierte. Als Workaround solle er Ferrits bzw. Kondensatoren auf seinem Board prüfen. Da er weder löten kann, noch wusste welche Bauteile wohin müssen und in irgendwelche Foren geleitet wurde, entschied ich mich ihm die DKB 1240 zu geben.

DKB 1240 Mongoose
DKB 1240 Mongoose

Der Einbau ist etwas hakelig weil die Karte an der abgeschnittenen Kante beinahe so breit ist wie die Ausbuchtung. Trotzdem mit etwas Übung kinderleicht, nur keine Gewalt anwenden! Der RAM Sockel ist auf der Rückseite. Wer also tauschen möchte muss entweder das Gehäuse öffnen oder die Karte ausbauen.

Hier nun einige Spezifikationen:

DKB 1240 „Mongoose“
Hersteller DKB
Herstellungszeitraum 1994
Prozessor Motorola 68030 50MHz, PGA
Co-Prozessor (optional) Motorola 68881/68882, PGA
Max. RAM 128 MB PS2 oder EDO
RAM autokonfigurierend Ja
PCMCIA friendly Ja
TK RAM verfügbar wenn aus Nein
Abschaltbar Nein
SCSI On-Board Optional
Echtzeituhr Ja
MAPROM Funktion Ja, über Software RemapKS

Nach dem Einbau bootet der Amiga brav in die Workbench. Zum Verschieben des Kickstarts liefert DKB das Programm RemapKS mit. Am besten in WBStartup Ordner kopieren oder früher über die startup-sequence starten.  Es gibt einen Optionalen SCSI Controller. Allerdings besitze ich diesen nicht. Sehr interessant empfand ich die Wärmeentwicklung der Karte. Im direkten Vergleich zur Blizzard bleibt die DKB 1240 deutlich kühler. Die Stabilität der Karte ist hervorragend. Während meines Tests über mehrere Tage stürzte kein einziges Programm ab! Wir zockten zu dritt am Amiga Nitro über 5 Stunden ohne einen Access Fault von WHDload!

Natürlich muss die Karte sich Sysinfo und dem Bustest stellen:

Die Karte ist sichtbar langsamer als die Königin Blizzard MK-IV. Allerdings ist dies in der Workbench oder bei anderen Programmen nicht spürbar. Hier bremst vor allem der langsame IDE Kontroller des A1200 aus.

Bustest DKB 1240
Bustest DKB 1240

Unter Sysinfo zeigt die Karte gute Werte. Zwar muss die DKB der Blizzard den Vorzug geben doch der Vorsprung ist knapp.

Sysinfo DKB 1240
Sysinfo DKB 1240

Fazit
Die DKB 1240 Mongoose bringt alles mit was eine Amiga 1200 Turbokarte benötigt. Neben der Möglichkeit einen Co-Prozessor und SCSI Controller aufzustecken, nimmt die Karte bis zu 128 MB RAM auf. Dabei zeigte sich die Karte nicht wählerisch nahm alles von 4MB bis 128MB auf. Die Verarbeitung ist hervorragend, zwar etwas nervig beim Einbau, doch im Betrieb schnell, stabil und kühl. Die Karte ist absolut empfehlenswert und eine gute Alternative zur Blizzard.

Deneb USB Karte – was geht!

Die Deneb USB Karte für Big-Box Amiga Computer bietet neben USB Anschlüsse und einem Clockport Anschluss zudem die Möglichkeit Module mit ROM-TAG in einen speziellen 2MB Flash Speicher, ähnlich der Highway mit Romulus Modul, zu speichern. Nach dem Einschalten des Computers lädt der Bootloader der Deneb die Module. Somit stehen diese noch vor dem Zugriff auf den Datenträger zur Verfügung! Die USB Software Poseidon bringt bereits einige Module mit bzw. fragt während der Installation, sofern das BB2 Update installiert ist, ob die enthaltenen Module extrahiert werden sollen. Mittels Luciferin hat der Anwender die Möglichkeit diese Module in den Flashspeicher zu hinterlegen. Verwendeten Sie bisher LoadModul oder SetPatch um die Module zu laden, können Sie diese nach dem Upload in den Deneb Flash getrost aus der Startup-Sequence entfernen.

Hier die Module aus meinem Flash:

Module im Flashrom
Module im Flashrom
Luciferin Tool
Luciferin Tool

Ein weiteres Highlight ist das Booten mittels einem USB Stick bzw. Festplatte!  Das erstellen einer Partition erfolgt anlog zu einer normalen IDE oder SCSI Festplatte. Das Device für die HDTOOLBOX lautet „usbscsi.device“. Alle Filesysteme über FFS, PFS oder SFS sind möglich.

Booten von USB mit der Deneb
Booten von USB mit der Deneb
Deneb mit bootbarem USB Stick
Deneb mit bootbarem USB Stick

ACHTUNG: Wer mit WHDload spielt darf seine Spiele auf keine USB Datenträger speichern!  Siehe hierzu http://whdload.de/docs/de/bugs.html

Die Deneb beherrscht sowohl den PIO als auch DMA Modus. Die DMA Verwendung ist etwas tricky  und hängt an vielen Faktoren. In meinem A4000 werkelt eine Cyberstorm MK-1 mit SCSI Modul. Desweiterem eine Cybervision 64, Prelude und eine A2065. Anscheinend reibt sich die Cybervision mit der Deneb. Einen stabilen Betrieb war nur möglich sofern die CV64 im unterem Steckplatz und die Deneb darüber liegendem Steckplatz eingebaut war. Somit war die PIO Funktion gesichert. Für DMA Verwendung, war es zumindest bei mir notwendig, den CPU Cache der Turbokarte beim Start zu deaktivieren und anschließend in der Startup-Sequence mittels SYS:C/CPU cache erneut einzuschalten. Die Module „NoCaches“ und „NoDataCache“ sind im Flash Rom mittels Luciferin zu speichern.
Nach einem Testdurchlauf kann in Trident das Device von PIO auf DMA umgestellt werden. Anschließend das Flash mit dem aktualisierten PSDStackLoader updaten.

Das wars soweit, viel Spaß mit der Deneb und USB am amiga 🙂