SCSI-2-IDE Adapter im Amiga

Vor 2 Wochen am Retroabend gab es eine hitzige Diskussion über die SCSI zu IDE Adapter im Amiga. Das Amiga System erschien zu einer Zeit als SCSI Systeme den Festplattenmarkt dominierten. Heutzutage ist es hingegen schwierig noch an SCSI Festplatten heranzukommen, die schnell, leise und robust sind. In diese Lücke preschen nun die oben genannten Adapter.

Insgesamt sind in meinem Besitz Adapter von 3 verschiedenen Herstellern.
1. ACARD (http://www.acard.com/english/home.jsp)
2. IO-DATA
3. Yamaha

ACARD-7720, IO-Data, Yamha
ACARD-7720, IO-Data, Yamha
von oben nach unten
ACARD-7720, IO-Data, Yamha
ACARD-7720, IO-Data, Yamha
Rückseite

 

Im Bild sind diese jeweils von oben nach unten dargestellt. Sowohl die Vorder- als auch die Rückseite.

Die meisten Amiga System wurden als SCSI-1 oder SCSI-2 produziert. Die maximale Geschwindigkeit bei SCSI-2 betrug 10 MB/s. Als Steckkarten im Amiga 500 oder 2000 war die Geschwindigkeit seitens des Zorro Bus limitiert. Daher diente, um die maximale Geschwindigkeit auszureizen als Testsystem ein Amiga 1200 mit einer Blizzard 1230 MK-4 mit SCSI-2 Controller.
Das sog. SCSI-Kit der Blizzard hat intern einen 26-pol. Anschlussstecker. Somit musste erst ein Adapter von 26-pol auf 50-pol gebaut werden um die SCSI-2-IDE Adapter anzuschließen. Im Internet finden sich zig Anleitungen mit der Pinbelegung. Grüne Leitungen sind Datenleitungen und weiße sind Ground. Zur Sicherheit bestückte ich alle GND Anschlüsse (wäre nicht notwendig gewesen ;)).

Blizzard 1230 MK-4 mit SCSI-Kit
Blizzard 1230 MK-4 mit SCSI-Kit

Die Rahmenbedingen sind der erwähnte A1200 Mainboardrevision 2B und Phase5 Blizzard 1230 MK-4.
Festplatte:         1,8 Zoll Toshiba MK2004GAL
Dateisystem:     PFS3
Mask:                  0x7FFFFFFF
Max Transfer:   0x7FFFFFFF
SCSI direct

Toshiba MK2004GAL
Toshiba MK2004GAL

Die SCSI Einstellungen erfolgten mittels Unitcontrol. Dieses ist Teil des Blizzard SCSI Kits und befindet sich dort auf Diskette. Die grafische Einstellungen sind nach einem Softreset zurückgesetzt. Dauerhaft läßt sich dies über die Shell lösen. Das Readme erklärt die notwendigen Parameter ausführlich. Ganz wichtig hierbei ist den Eintrag in der startup-sequence oben zu plazieren!

Mir genügte die Sysinfo Messung für die Laufwerksgeschwindigkeit. Andere Tools wie beispielsweise Drive Speed oder SCSI-Bench liefern deutlich aussagekräftigere Ergebnisse. Für einen schnellen Überblick genügt die grafische Aufbereitung seitens Sysinfo.

ACARD-7720U:

ACARD-7720 Sysinfo
ACARD-7720 Sysinfo

IO-DATA R-IDSC-E/R Ver. 1.30.9

IO-Data Sysinfo
IO-Data Sysinfo

Yamaha

Yamaha Sysinfo
Yamaha Sysinfo

 

Fazit:
Der Messung zufolge liegt der ACARD Adapter deutlich vorne. Desweiterem erscheinen weiterhin Firmware Updates für diesen Controller. Gerade für Besitzer einer Blizzard lohnt sich das einspielen der Updates. Das Update erfolgt über den PC mit angeschlossenem Adapter und booten im DOS Modus. Am SCSI-2-IDE Adapter selbst darf kein Endgerät angeschlossen sein!

Yamaha und IO-Data liegen etwa gleichauf. Bei beiden ist die Entwicklung eingestellt. Support oder eine neue Firmware gibt es zukünftig definitiv nicht!

Für einen Amiga 500 oder 2000 Besitzer mit Zorro SCSI Steckkarte eignen sich die Adapter von Yamaha bzw. IO-Data. Alle anderen Amiga Besitzer mit Turbokarte mit integriertem SCSI Anschluss sollten eher Ausschau nach dem ACARD nehmen.

Hier die notwendigen PDFs für IO-DATA und Yamaha Adapter. Die Anleitung zum ACARD-7720 steht auf deren Webseite.

R-IDSC-E050418
Yamaha SCSI-2-IDE Converter

Sony MPF110-05 Amiga externes Diskettenlaufwerk

In letzter Zeit war es hier etwas still. Ihr versteht sicher Arbeit, Familie, Arbeit, etc. .
Doch heute Abend ist Retrozocken angesagt. Alles direkt von Diskette starten ohne Festplatte oder WHDload 🙂
Aus diesem Grund wurden die zwei externen Diskettenlaufwerke ausgepackt. Angeschlossen für einen kurzen Funktionstest doch die Ernüchterung kam prompt. Das Laufwerk erkannte keine einzige Diskette mehr. Zuerst kam mir eine defekte Diskette in den Sinn. Nach zig mal hin- und her wechsel trat keine Besserung ein. Auch die zweite externe Floppy machte keinen Mucks.
Es half alles nichts, das erste Diskettenlaufwerk mußte geöffnet werden. Das Laufwerk trg ein Sony MPF110-05 Label.

Sony MPF110-05
Sony MPF110-05

Nun zur Fehlersuche, die Spannung war korrekt da. Auch alle Signale zeigten keine Auffälligkeiten. Dachte mir noch, hoffentlich sind es nicht die Treiberbausteine… die Dinger habe ich nicht da 😦
Mehr durch Zufall, oder mögen wir es Intuition nennen ;), drehte ich das Laufwerk auf die Platinenseite. Ins Auge stach mir direkt ein 47uF Elko nahe der Spannungsversorgung. Die beiden Beine sahen wirklich übel aus. Also runter damit um diese Fehlerquelle auszuschließen. Während des ablötens hoffte ich kein Pad mitzunehmen. Wichtig ist, abwechselnd erhitzen und alle 3-5 Sekunden zum anderen Bein springen. Der Elko ließ sich irgendwann nach außen verschieben. Außerdem nochmals Glück gehabt, beide Pads waren erhalten. Noch mit Entlötlitze das alte Lötzinn abgezogen und ab zum Reinigen. Anschließend neues Lötzinn drauf. Dummerweise war kein Tantal mit 47uF mehr in der Bastelkiste. Also mußte ein normaler SMD Elko drauf. Das Einlöten ist ziemlich einfach. Jedes Pad erhält nun einen Streich Lötzinn. Der Elko wird nun ausgerichtet indem ein Bein quasi am Ende des Pad liegt. Wichtig ist die korrekte Lage, das andere Bein muß ebenfalls auf dem Lötpad liegen. Nun nur noch das Pad erhitzen und den Elko mit dem Finger nach unten drücken. Das Spiel auf der anderen Seite wiederholen.
So, doch nun zurück zum Diskettenlaufwerk. Inzwischen etwas ratlos schloß ich die Floppy wieder an. Leider zeigte die Floppy keine Regung und meine Laune war auch nicht besser. Es handelte sich schließlich um ein Diskettenlaufwerk das ich Original 1990 kaufte.
Nochmals die Diskettenlaufwerksplatine begutachtet. Ganz am Rand nahe entdeckte ich noch einen 4,7uF Elko. Dieser zeigte ebenfalls deutliche Alterungsspuren. Also raus mit dem alten Kram. Erneut reinigen der beiden Pad und neues Lötzinn drauf. Einen passenden Elko zu finden war schon schwieriger. Doch glücklicherweise lagen noch 3 Stück in der Kiste. Also aufgelötet und erneuter Funktionstest durchgeführt. Beim Laden der Workbench erkannte der Amiga sofort die Diskette im DF1. Auch erkannte das Laufwerk nun die Disketten die zu Beginn Probleme bereiteten.

Sony MPF110-05 Unterseite
Sony MPF110-05 Unterseite

Angestachtelt vom Erfolg öffnete ich das zweite Diskettenlaufwerk. Wir erinnern uns, das wollte ebenfalls nicht. Die Überaschung war groß, es war ebenfalls ein Sony MPF110-05 eingebaut. Ohne groß zu messen oder Zeit zu verlieren drehte entlötete ich die beiden Elkos und machte neue drauf. Das Diskettenlaufwerk funktioniere ebenfalls sofort ohne weiteres zutun.

Damit wäre die Sache doch erledigt. Packe meinen Amiga 1200 mit Indivision und beiden Diskettenlaufwerke ein und ab gehts nach Stuttgart.

Bis demnächst und schaut mal Eure Amiga Diskettenlaufwerke an 😉

MBAM/Bitlocker – wenn nichts mehr geht!

Im Normalfall gibt es mit dem MBAM bzw. Bitlocker Gespann keine Softwareprobleme. Allerdings gilt es auch die Hardwareseite zu beachten! Vor allem Festplatten neigen dazu mit vorangeschrittener Zeit zu verschleißen. Wohl dem der immer eine aktuelle Sicherung hat. Doch zumeist fehlt eine Sicherung und die Mitarbeiter werden ganz hibbelig weil dort wichtige, nicht abgelegte, Kundendaten oder Präsentationen auf der lokalen Festplatte liegen.
Ohne Verschlüsselung schloss der Administrator die Platte an einem anderen Rechner an und versuchte möglichst alle Benutzerdateien auf einen anderen Datenträger zu kopieren. Hier macht nun Bitlocker einen Strich durch diese Vorgehensweise! Denn die Daten sind zu diesem Zeitpunkt noch verschlüsselt. Häufig schmiert die Bitlocker Anwendung bei Eingabe der Passwortes oder des Wiederherstellungsschlüssels ab und lässt sich nur über den Task Manager beenden. Das Laufwerk selbst behält den verschlüsselt Status bei!

Microsoft bietet hierfür ein Tool an. Es wird ein leerer Datenträger mit mindestens gleicher Größe als der verschlüsselte Datenträger benötigt.  Außerdem wird der Wiederherstellungsschlüssel oder die Schlüsseldatei oder bei Wechseldatenträgern auch möglich, das Passwort benötigt.

Doch woher bekommt man nun die notwendige 8-stellige ID? Öffnen Sie die Eingabeaufforderung als Administrator und tragen den Befehl ein:

Manage-BDE Verschlüsselungs-ID auslesen
Manage-BDE Verschlüsselungs-ID auslesen

Bei mir hat das Laufwerk den Buchstaben F: erhalten. Diesen müssen Sie entsprechend Ihrem Laufwerk anpassen. Der Wiederherstellungsschlüssel kann über die 8-stellige ID des „Numerisches Kennwort“ hergestellt werden. Dazu wechseln Sie nun in die MBAM Verwaltung und tragen bei Recovery Drive die 8-stellige ID ein. Wenn alles passt, erhalten Sie den Wiederherstellungsschlüssel.

Drive Recovery Key auslesen
Drive Recovery Key auslesen

Bisher waren die Schritte bekannt denn diese unterscheiden sich nicht von einem normalen Wiederherstellungsvorgang. Läge kein Hardwaredefekt vor, könnte der Mitarbeiter sofort weiterarbeiten.

Der nächste Schritt ist möglichst viele Daten aus der verschlüsselte Festplatte wiederherzustellen. Schließen Sie dazu nun den leeren USB Wechseldatenträger an und wechseln erneut in die Eingabeaufforderung.  Tippen Sie „repair-bde -?“ ein um eine Übersicht über die möglichen Parameter zu erhalten. Das defekte, verschlüsselte Laufwerk hat bei mir den Laufwerksbuchstaben F: während meine leere Festplatte den Buchstaben J: hat.

Datenwiederherstellung starten
Datenwiederherstellung starten

Das Reparaturtool versucht nun die Daten auf F: zu J: zu übertragen. Dieser Vorgang dauert je nach Plattengröße wirklich sehr, sehr lange. Bei einer gut gefüllten 250GB Festplatte ca. 7 Stunden. Der Parameter „NoOutputVolume“ ist mit Vorsicht zu genießen. Bei meinen Tests war das Tool nie in der Lage, Dateien wirklich zu rekonstruieren. Die Dateien waren zwar als Dateinamen vorhanden, doch alle hatten 0 bzw. 1 KByte Größe. Daher meine Empfehlung, immer zuerst versuchen die Daten auf einen anderen Datenträger zu übernehmen!