Nierenstein – Harnleiterschiene – Drama, eine wahre Geschichte Teil 2

Weiter gehts mit Teil 2 der Dreiteiligen Geschichte…

„Wer ruft denn da meinen Namen“, dachte ich mir. Wow, ich war total weggetreten. Eine Schwester sagte ich wäre in der Aufwachstation. Aha, gut, interessiert mich wenig. Ich war noch total stoned. Ich sah Hschid mit einer anderen Schwester reden und er zeigte mir an, Daumen hoch bedeutet alles war gut verlaufen und ich war heilfroh, diesen Daumen zu sehen. Ich schloss meine Augen und war wiederum weg. Wie lange, keine Ahnung, ich hatte das Gefühl für Raum und Zeit vollkommen verloren.

Die Wirkung der Narkose lies immer mehr nach was meinen Verstand in die Gegenwart zurück brachte. Nun gut, erstmals die Gedanken sammeln. Daumen war oben also OP gut verlaufen. Der erste Blick ging unter die Bettdecke. „Verdammte scheiße, was steckt denn da in meinem Schwanz!“, ich hatte einen Blasenkatheter bekommen! Ich klingelte und eine Schwester kam vorbei. Sie meinte Sie bringe mich nun auf Station. Ich wiederum wollte nur wissen wann der Katheter rauskomme. Die Antwort war etwas schockierend, dieser muss 24 Stunden drinbleiben. Inzwischen war es 21:20 Uhr als ich durch die Tür meines Zimmers geschoben wurde. Trinken und Essen war heute nicht. Also beschloss ich das Licht zu löschen um etwas Schlaf zu finden. Bevor ich wegdriftete dachte ich noch an das Narkosemittel, was für ein geiles Zeug.  Etwa 2 Stunden später war ich hellwach. Ich wollte aufstehen was mir nur beinahe gelang. Schlafumnachtet hatte ich den Blasenkatheter mit seiner geringen Schlaulänge vergessen. Dummerweise auf der falschen Seite aufgestanden was einen heftigen Schmerz am besten Stück verursachte. Schnell zurück war der erste Gedanke! Am besten bleibe ich bis zum nächsten Tag regungslos liegen.  Ruhig zu liegen gehört dummerweise nicht zu meinen Stärken und ich beschloss mir ein Schlafmittel zu ordern. Kurz den roten Schwesternalarm gedrückt und 1 Minute gewartet. Schwupps ging die Tür auf und die Nachtschwester trat ein. In einem kurzen Gespräch schilderte ich kurz mein Anliegen. Sie ging hinaus und kam in etwa 5 Minuten später mit einer Tablette und einem halb gefüllten Wasserglas an. Mund auf, Tablette rein und mit Wasser nachgespült. Entspannt zurück gelehnt und warten bis der Chemische Sandmann wieder kommt. Nach 30 Minuten war immer noch nichts passiert.  „Verdammt, das blöde Ding wirkt nicht!“. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir, es war bereits 4 Uhr morgens. Oho, also war ich weg ohne etwas zu merken. Geile Sache!

Ich beschloss die Zeit mit Fernsehen zu überbrücken. Auf einem Musiksender sah ich mir die Top 20 an. Was für ein Schrott, zu meiner Jugendzeit hörte man Metallica, Manowar, Nirvana, Green Day, Offspring, Pennywise und ähnliches. Nun gut, ein Bieber bedient nun mal eine andere Zielgruppe.

Kurz vor 6:00 Uhr meldete sich der Schlaf erneut. Flimmerkiste aus und ein check des Urinbeutels was schlimm aussah. Wenigstens hängt die Kochsalzlösung in meiner Vene und spendet mir Flüssigkeit. Das gähnen konnte ich mir nicht verkneifen. Licht aus damit wiedermal Ruhe im Zimmer ist. Gegen 7:00 Uhr ging die tür auf, volle Zimmerbeleuchtung und mit Feldwebel Ton wie beim Bund wurde ich zum Aufstehen animiert. „Aufgewacht, die Viste ist in 20 Minuten da.“, ach scheiße, nicht mal im Krankenhaus hat man seine Ruhe. Super toll, mit dem blöden Blasenkatheter kann ich eh nicht weit laufen. Urin läuft direkt rein und groß machen muss ich glücklicherweise auch nicht. Also liegenbleiben zum Anhören der Götter in Weiß. Eine ganze Meute an Weißkitteln trat ein. Zudem kamen diese pünktlich und der Oberarzt begrüßte mich mit Handschlag. Er entschuldigte sogar das Fehlen des Chefarztes da dieser heute einen Vortrag in einem anderen Krankenhaus halten muss. „Geschenkt“, dachte ich mir. Der Oberarzt schaute auf meinen Urinbeutel und meinte das sähe sehr gut aus. Ich sagte, „Wie gut, der ist doch voller Blut!“. Er meinte, ein Tropfen Blut genüge um das Wasser einzufärben, ähnlich wie beim Öl. Wichtig ist der Verbindungsschlauch. „Der Blasenkatheter kann im Laufe des Vormittags entfernet werden und wenn alles gut aussieht, dürfen Sie heute Abend nach Hause.“. „Geilomat“, dachte ich mir. Kurz bedankt und die Truppe trappte los Richtung Tür. Juhu, das blöde Ding kommt raus… Moment, kommt raus, wie macht man einen Blasenkatheter raus? Denke eine Kurznarkose reicht dafür… falsch gedacht, denn 30 Minuten später kam eine Krankenschwester die Tür rein. Kaum war die Zimmertür verschlossen, oder sollte ich besser sagen, verriegelt, pumpte Sie brav am Desinfektionsmittelstand ab und holte frische Handschuhe aus dem Zimmerschrank. Etwas verdutzt fragte ich Sie was anstehe. Sie meinte kurz angebunden: „Sie wollen doch Ihren Blasenkatheter loswerden. Möchten Sie es schnell oder langsam?“. Etwas ungläubig fragte ich was denn weniger schmerzhaft ist. Sie lächelte nur und sagte: „Mache mögen es schnell, andere lieber langsam.“. Daraufhin sagte ich: „In diesem Fall überlasse ich Ihnen die Entscheidung.“. Nachdem Sie die Bettdecke zurück gelegt hatte, zog Sie mit einer Spritze Flüssigkeit am Katheter raus. Diese ist wichtig damit der Katheter nicht herausgezogen werden kann. Sie hielt mein Glied fest und zog mit der anderen Hand den Katheter langsam heraus. Es brannte ziemlich aber es hieß Zähne zusammen beißen! Nach wenigen Sekunden war das Ding draußen. Da war echt viel Schlauch in mir drin. Unmittelbar nach der Entfernung des Blasenkatheters spürte ich das Verlangen auf Toilette zu gehen. Auf dem Weg dahin dachte ich bei mir, wieso eigentlich, der Katheter hat doch sofort den Urin abgeleitet. Da kann eigentlich nichts drin sein. Egal, die Blase fühlte sich an als ob eine Explosion bevorstünde. Vor der Toilette stehend kamen nur wenige Tropfen raus. Anders als normal brannten diese Tropfen und ich dachte  meine Harnröhre hat Feuer gefangen! Es war unbeschreiblich schmerzhaft. Wenigstens war der Urin nicht blutig. Nachdem ich urinierte zurück ins Bett. Die Krankenschwester hatte inzwischen das Zimmer verlassen. Neben meinem Bett standen 3 Flaschen Mineralwasser. Ich schenkte mir 2 Gläser ein und zog diese auf ex weg. Die Tür öffnete sich erneut und es gab Frühstück. Wunderbar, endlich was zu futtern . Ich langweilte mich etwas, im Fernsehen lief nichts, kein Buch dabei und zudem musste ich alle 20 Minuten auf Toilette. Urin kam zwar keiner doch die Blase fühlte sich wenige Minuten nach dem entleeren wieder voll an. Laut Arzt ist dieses Druckgefühl normal. Die Harnleiterschiene reibe an der Blaseninnenwand und verursache dadurch das Gefühl. Nach wenigen Tagen hat sich der Körper daran gewöhnt. Nun gut, Abwechslung, das Mittagessen kam.  Anschließend scharrte ich mit den Hufen und sehnte den Abend herbei damit ich endlich aus dem Krankenhaus rauskomme. Doch es kam anders als geplant… mehr im dritten und letzten Teil.