Amiga 1200 – Blizzard 1230 SCSI Kit

Hallo zusammen,
nach unzähligen Verschiebungen steht endlich das Projekt an, meinen 1993 gekauften Amiga 1200, den finalen Hardwareschliff zu verpassen.
Zuerst die Hardwarekomponenten:
– Amiga 1200 mit Kickstart 3.1
– Blizzard 1230 MK-4 mit SCSI Kit
– Acard 7720u SCSI2IDE Adapter
– Indivision AGA 1200 MK-1
– Toshiba MK2004GAL Festplatte mit 20GB

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Dem geübten Amiga Auge sticht direkt das obere Abschirmblech ins Auge. Es handelt sich hierbei um eine Modifikation die Alternate bereits bei Auslieferung des Gerätes vornahm. Ursprünglich war eine 3,5 Zoll Festplatte mit damals sagenhaften 130MB verbaut. Aufgrund der Bauweise des A1200 war eigentlich eine 2,5 Zoll Festplatte vorgesehen und Alternate entschied sich für das ausschneiden des Bleches. Damals störte mich dies wenig… heute… nur ein wenig.

Unterm Blechkleid steckt der Indivision AGA 1200 MK1 und sorgt für ein klares Bild über den VGA Ausgang am Röhrenmonitor. Mich störte bisher immer Sprunghaftigkeit der Platine aus Lisa heraus. Ein kleiner Stoß genügte und es zeichneten sich Bildstörungen am Monitor ab. Somit war der Anwender gezwungen die Platine wieder festzudrücken. Grund hierfür scheint der verbaute Sockel zu sein der trotz aller liebe und abschleifen nie 100%ig halten mochte. Eine dauerhafte Lösung musste her und wie der Zufall es wollte, nahm ich Kontakt mit dem Hersteller auf. Dieser verkaufte mir einen Sockel, wie er ebenfalls im Nachfolgeprodukt, dem Indivision 1200 AGA MK2, verbaut wurde. Somit musste wiedermal der Lötkolben bzw. die Entlötpumpe herhalten. Glücklicherweise entfällt bei mir der Handbetrieb. Gut, der Indivision hat nun den neuen Sockel und ist unter dem oberen Abschirmblechverbaut.
Außerdem liegt auf der Platine eine dünne Pappe um Kurzschlüsse zu verhindern!

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Etwas Kopfzerbrechen machte mir der Anschluss des SCSI Kits der Blizzard Turbokarte. Anders als der SCSI Standard 50 polige Anschluss hat die Karte nur einen 25 poligen Stecker.  Somit war basteln angesagt um eine Adapterkabel 26 zu 50 polig zu bauen. Die Position des ACARD Scsi2IDE Adapter war hingegen fix festgelegt. Das starre Diskettenlaufwerkkabel dient als Fixierhilfe und ein Klettband sorgt für den notwendigen halt. Ein IDE Kabel mit Stecker und Buchse sorgt als Verlängerung zum Anschluss der Festplatte. Unterhalb der Festplatte liegt ein dünner zurechtgeschnittener Karton um ein Kurzschluss zwischen Festplatte und oberes Abschirmblech zu verhindern! Die Fixierung der Festplatte erfolgte einfach mit etwas Heißkleber an der Festplatte. Heißkleber bekam hier vor den Kabelbindern den Vorzug um ein ungewolltes verrutschen der Festplatte zu verhindern. Außerdem läßt sich auch der Kleber rückstandsfrei entfernen.

Was mich am Blizzard SCSI Kit störte ist die Tatsache, dass es keine Möglichkeit gibt bzw. vorgesehen ist, die HD-Led des Amiga zu verwenden. Aufgrund des IDE Datenblattes liegt der LED Pin am PIN 39. Doch wo schließt man im Amiga nun das andere Ende an? Direkt am HD-Adapter, der Reduzierung von 44 auf 40-polig oder am Mainboard direkt? Ganz falsch, im Datenblatt des Acard 7720u ist JP3 als „Activity Led“ bezeichnet. Wie häufig im Amiga, muss gebastelt werden, so auch das Kabel mit 2 Buchsen. Doch nach dem einschalten des Amiga 1200 leuchtete die HD-Led ständig gedimmt. Hm, auf Dauer wird mir das nicht gefallen. Nach Einbau eines 10kO Widerstandes im Kabel leuchtet die HD Led auch nur beim Zugriff auf die Festplatte. Tatadada… wieder ein offener Punkt gestrichen 🙂

Dummerweise hat mein SCSI Kit noch eine ältere Version verbaut. Im vergleich zur aktuellen ROM Version 8.5 ist meine 7.19 wirklich alt. Dummerweise habe ich derzeit keine 27C256 oder 27C512 PLCC Eprom ICs hier. Daher muss das alte ROM erstmals herhalten 😀

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Damals war SCSI der quasi Standard in vielen Geräten. Heute mag die Technik angestaubt wirken, was Sie tatsächlich auch ist. Das einzig wichtige zu wissen ist:
1. der SCSI Bus muß am Ende und Anfang terminiert sein
2. jedes Gerät erhält eine unique SCSI ID

Aus diesen beiden Punkten ergibt sich beim Phase5 SCSI Kit folgende Situation. Das SCSI Kit selbst hat die ID-7. Somit stehen dem User noch die IDs 0-6 zur Verfügung. Wer mehrere Geräte in seinem A1200 unterbringen möchte, wie auch immer das funkionieren soll, vergibt die IDs aufsteigend. Also die 1. Festplatte erhälte die ID 0, das CD-ROM die ID 1 usw.
Im obigen Punkt 1 steht, das erste und letzte Gerät muss terminiert sein. Das SCSI Kit erledigt diesen Punkt bereits ohne weiteres zutun. Wichtig ist nun, den Acard als letztes Gerät meiner, zugegeben doch sehr kurzen SCSI Kette, zu terminieren. Daher muss beim 7720u der Jumper auf JP2 gesetzt sein. Wer möchte kann auch den Term-Power Jumper JP4 setzten. Beim Betrieb von einem Gerät ist dies jedoch unerheblich.
Bei SCSI-2 genügt es die passiven Terminatoren bei den Geräten zu verwenden. Nochmals, wer den SCSI Bus nicht terminiert, riskiert teilweise undefinierbare Fehler. Außerdem sucht man den Fehler überall, aber nicht in der Hardware bzw. bei einem fehlenden oder falsch gesetzten Jumper!

Hier das Datenblatte des Acard 7720U und 7720UW. Im Fall der Fälle damit es nicht irgendwann in den tiefen des Internets verschwindet.
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Einige Bilder… und wer Fragen hat, der fragt einfach 🙂

Bis die Tage und tschüssi…

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NAS im Selbstbau

Wie vieles im Leben muss sich manche liebgewonnene Gegebenheit den Anforderungen der heutigen Zeit stellen. Durch den Kauf eines hypermodernen Curved-Fernseher, kam der Wunsch bei meiner Partnerin, endlich Film- und Musik zu streamen.
Diesem Wunsch komme ich natürlich gerne nach, denn auch mein Arbeitsrechner hat neben einer M.2 SSD Karte für das Betriebssystem auch ein Raid 10 mit 4x 1TB Festplatten eingebaut. Es rattern die Festplatten, die Lüfter heulen fröhlich bei Belastung, somit steigt die Geräuschkulisse deutlich an. Letztlich nur mit Kopfhörer wirklich erträglich…
Ein Server für das Datenmassengrab drängt sich förmlich auf  🙂

Lange rede kurzer Sinn, eine NAS (Network Attached Storage) muss her!

Eine fertige aus Produktionshallen diverser Hersteller kam daher für mich niemals in Frage.
Meine Anforderungen an die NAS sind, ein Windows Betriebssystem mit installiertem Hyper-V. Somit kann ich bei Bedarf problemlos VMs nach eigenen Bedarf hinzufügen. Obwohl es wohl bereits einen VDR im Docker Container gibt? Außerdem brauche ich einen PCIe Slot für meine SAS Karte zum Anschluß eines LTO Bandlaufwerks. Kleines ITX Board mit Gehäuse zur Aufnahme für 6x Festplatten 3,5 Zoll Formfaktor. Der NAS Rechner soll im Keller stehen ohne zusätzlichen Maus, Tastatur und Monitor Anschluss. Daher muss das Mainboard eine Remoteverwaltung mit separatem Managementnetzwerkanschluss zur Verfügung stellen. Außerdem sind 2 Netzwerkanschlüsse sinnvoll aufgrund meines belegten PCIe Slot durch den SAS Controller.
Als Arbeitsspeicher genügen mir erstmals 16GB ECC RAM. Warum ECC Speicher werden sich vielleicht der eine oder andere sich Fragen? Wenn das Board und Prozessor ECC unterstützen, sehe ich keinen Grund es nicht zu kaufen. Es gibt durchaus Markenspeicher zu einem günstigen Kurs. Hier heißt es die Angebote abzugrasen. Richtig ist, befindet sich der Fehler bereits auf dem Client wird dieser mit auf die NAS mit ECC transferiert. Da ich aber überwiegend Daten direkt auf der NAS erzeuge, bietet ECC einen Mehrwert an.

Somit blieb ich bei Microsoft Server 2016 hängen. Aktuell, schnell und mit Storage Spaces bietet das Betriebssystem genau die Anforderungen was ich suchte. Ich wollte weg von diesem statischen Hard- Software Raid Level Klump. Natürlich bieten viele Hersteller gut Raid Controller an die eine Vergrößerung der Datenkapazität dynamisch erlauben. Wieso aber extra Geld, und zwar nicht wenig, für Hardware ausgeben?

Die ausgesuchte Hardware sieht wie folgt aus:
– ASUS P10S-I mit TPM und mit ASMB8 Modul für Fernwartung
– Pentium G4400 (Skylake)
– 16 GB Kingston ECC Speicher (KVR21E15D8/8HA)
– Fortron 200W FSP200-50GSV-5K SFX-Netzteil
– Fractal Design Node 304
– 2x SanDisk Z410 SSD für Betriebssystem (Raid-1)
– diverse Kabel

Das Mainboard war über meine Recherche hinweg preislich extrem schwankend. Als der Gedanke für die NAS aufkam war der Straßenpreis bei ca. 165€ + Versand. Nach einigen Tagen stieg der Preis zwischen 180€ bis 195€ an. Durch eine Preissuchmaschine entdeckte ich zufälligerweise ein Angebot eines ebay Händlers. Dieser bot das Board für 145€ inkl. Versand an. Ein Glücksgriff J, denn nach meinem Kauf änderte der Händler den Verkaufspreis auf 190€.

Die Lieferung ging schnell und zügig. Hierzu einige Impressionen:

Alle Komponenten im Überblick
Alle Komponenten im Überblick
Mainboard, BMC und TPM Modul
Mainboard, BMC und TPM Modul
Intel G4400 Pentium und Kingston ECC RAM (2x 8GB)
Intel G4400 Pentium und Kingston ECC RAM (2x 8GB)
SanDisk SSD Z410 256GB
SanDisk SSD Z410 256GB
Fractal Design Node 304
Fractal Design Node 304

Leider ist der Mainboard USB Header nicht mit dem USB Kabel des Gehäuses konform. Das Mainboard erlaubt lediglich den Anschluß einer USB Buchse. Die zweite USB Schnittstelle liegt somit brach, hätte ASUS wahrscheinlich besser lösen können. Mich stört es nicht sonderlich, ist doch der USB Header ein USB2 Port. Mir genügt 2x USB3 auf der Rückseite des Gehäuses.

Ansonsten verlief der Zusammenbau der Komponenten ohne großartige Komplikationen. Es ist schön wenn alles genormt ist. Aufgrund meiner Auslegung für 6x SATA Geräte bietet mir das Netzteil mit 1x Floppy, 2x Festplatte und 2 x SATA zu wenig Stromanschlüsse. Mein Ziel war alle Stromanschlüsse des Netzteils zu verwenden. Also mußte ein Adapter für Floppy zu SATA und ein SATA Y-Kabel her. Kein größeres Problem, die notwendigen Adapter gibt es alle bei Amazon für einen kleinen Euro Betrag. Das SFX Netzteil läßt sich aufgrund seiner Größe nur mit zwei Schrauben im Gehäuse befestigen. Überlegte mir im Vorfeld lang ob eine Blende von SFX auf ATX Sinn macht. Nach dem verschrauben stellte sich heraus das Netzteil hängt perfekt in Position. Glücklicherweise entfällt somit die ATX Blende! Aufgrund des kleineren Formfaktors erfolgte die Verlegung der Kabel unter das Netzteil.
Das Kabelmanagement ist in den Bildern quasi nicht vorhanden J Sobald alle Komponenten Ihren Stammplatz beziehen, erfolgt die Optimierung. Mein Mainboard hat 2x FAN  und 1x CPU FAN Anschlüsse. Somit fehlt mir ein Anschluss um alle drei Gehäuselüfter anzusteuern. Auf die im Gehäuse integrierte Lüfter Steuerung verzichte ich erstmals. Daher bekommen der Lüfter zum Kühlen der Festplatten und der hintere Gehäuselüfter einen gratis Steckplatz am Mainboard. Somit bleibt der 3 Gehäuselüfter erstmals unbenutzt im Systemkonstrukt.
So, noch ein Wort zu den 6x SATA Ports des Mainboards. Das Board bietet 2x reguläre SATA Anschlüsse, bei Anschluss einer M.2 SSD Karte deaktiviert sich automatisch der graue SATA Port. Die restlichen 4 SATA Anschlüsse sind über ein miniSAS HD Kabel zu verbinden. Wer nicht lange nach der korrekten Bezeichnung suchen will, der findet bei verschiedenen Anbieter ein SFF-8643 auf 4x SATA Kabel. Dieses Kabel belastet Euer Budget mit 10-20€. Preislich ok, wer die 4 regulären SATA Kabel erwerben muss, liegt in ähnlicher Dimension.

Hier noch ein paar Bilder zum Einbau. Erst Prozessor, dann Prozessorkühler, RAM Riegel und zuletzt, falls vorhanden, TPM und BMC.
Hier etwas Hardwareporn 🙂

Intel G4400 Prozessor auf ASUS P10S-I Mainboard
Intel G4400 Prozessor auf ASUS P10S-I Mainboard
Intel Boxed Kühler mit Push Pins
Intel Boxed Kühler mit Push Pins
2x 8GB KVR21E15D8/8HA DDR4-2133 ECC DIMM
2x 8GB KVR21E15D8/8HA DDR4-2133 ECC DIMM
Gehäuse blank
Gehäuse blank
200 Watt Fortron FSP200-50GSV-5K Netzteil eingebaut
200 Watt Fortron FSP200-50GSV-5K Netzteil eingebaut
Stromadapterkabel 1x Floppy, 2x SATA 1x SATA
Stromadapterkabel 1x Floppy, 2x SATA 1x SATA
Netzteil Rückseite, Kabelmanagement unterm Netzteil geführt
Netzteil Rückseite, Kabelmanagement unterm Netzteil geführt
Mainboard eingebaut... TPM Modul fehlt
Mainboard eingebaut… TPM Modul fehlt

Wir sehen uns beim zweiten Teil… Installation Windows Server 2016!

SCSI2SD Adapter im Amiga A590

Nach dem Upgrade des DMAC meiner A590 streckte die SCSI-Festplatte endgültig die Flügel. Ersatz muss her, klaro, doch ganz so einfach ist die Wahl nicht. Es stehen neben der traditionellen SCSI Festplatte noch der SCSI2IDE Adapter zur Auswahl.
Die SCSI Festplatte scheidet aufgrund Ihres Betriebsgeräusches und der Tatsache, nur noch gebrauchte Ware zu erhalten aus. Der SCSI2IDE Adapter hat hier bessere Karten. Zwar sind im Handel nur noch vereinzelt IDE Festplatten erhältlich, doch so schnell sterben diese Dinosaurier nicht aus. Die Wahl war getroffen so ging es an die Vorbereitungen. Die Wahl traf auf einen Yamaha Adapter. Noch vor dem öffnen des A590 Gehäuse gab es das erste Problem. Der Adapter war zu breit um ohne Modifikation ins A590 Gehäuse zu passen. Etwas geknickt doch nicht mutlos überlegt. Vor einiger Zeit bezog ich von einem Kollegen aus den USA einen SCSI2SD Adapter. Bisher lag dieser nur in der Box doch diese Zeit war nun reif.

SCSI2SD Adapter
SCSI2SD Adapter

Die breite der Platine überschreitet nicht die Breite einer regulären Festplatte. Somit paßt der SCSI2SD Adapter wunderbar in die A590. Für die Konfiguration ist eine MicoSDHC Karte und ein Mini USB Stecker notwendig. Also Karte eingelegt und den USB Stecker an den Rechner angeschlossen.
Auf der Herstellerseite steht das Konfigurationstool (scsi2sd-util.exe) und der Statusmonitor (scsi2sd-monitor.exe) bereit. Der Monitor überprüft lediglich ob die SCSI2SD Hardware korrekt funktioniert. Achtung: Der SCSI2SD Adapter speichert seine Konfiguration in die Hardware! Somit ist ein schneller Wechsel zwischen mehreren SD Karten nicht möglich ohne Änderung der Konfiguration!

SCSI2SD Monitor
SCSI2SD Monitor

Das SCSI2SD Konfigurationstool bietet interessante Möglichkeiten an. Für Amiga User ist das Feature mehrere Geräte-IDs zu konfigurieren vorteilhaft. Beim SCSI-2 können bis zu 7 Geräte gleichzeitig am SCSI Bus angemeldet sein. Wobei eine ID jeweils vom Controller selbst belegt ist. Somit können Festplattencontroller die eine Limitierung des Festplattenspeichers besitzen oder kein Direct-SCSI sprechen, mehrere Geräte mit einer SD-Karte simulieren.

SCSI2SD-util
SCSI2SD-util
SCSI2SD-util Device
SCSI2SD-util Device

Als Beispiel sei der Commodore A2090 Festplattencontroller genannt. Standardmäßig liegt die Limitierung pro Festplatte bzw. Partition bei 256MB . Mit dem SCSI2SD Controller können nun 4 virtuelle Festplatten mit je 256 MB simuliert werden. Der A2090 erkennt diese virtuellen Geräte je als eigenständige Festplatte an. In der HDToolbox existieren daher 4 Festplatten. Ein wunderbares Feature! Ebenso ist zur Terminierung des SCSI Bus ein aktiver Terminator integriert!

Zurück zum Thema, dem Einbau in die A590 🙂
Die Inbetriebnahme ging flott über die Bühne. Es gab nichts unerwartetes was einen Amiga User schrecken müsste. Einige Bilder zur Komplementierung des Setups.

HDToolbox A590 Setup
HDToolbox A590 Setup
HDToolbox A590 Setup 2
HDToolbox A590 Setup 2
Installation der Workbench
Installation der Workbench. Ein ‚assign‘ vermeidet das Umbennen der Diskette 😉
Installation der Extra Diskette.
Installation der Extra Diskette.
SCSI2SD fertig eingebaut im A590
SCSI2SD fertig eingebaut im A590

Weil jetzt garantiert noch Fragen bzgl. der Geschwindigkeit des SCSI2SD Adapter kommen. Der Adapter ist mit meiner A590 relativ lahm. Kommt über 1,3MB/s nicht hinaus. Die A590 ist mit ROM 7.0 ausgestattet. Angeblich existiert ein 14MHz Patch um dem Bus das maximum abzuverlangen. Wer dies möchte kann es tun, momentan bin ich froh den Deckel auf die Hardware zu bekommen. Einfach nur die Hardware „benutzen“, mehr nicht 🙂

In diesem Sinne, schaut mal wieder bei mir rein oder laßt ein Kommentar da. Danke und wann hast du zuletzt Deinen Amiga eingeschaltet???

 

Amiga A590 DMAC umbau

In letzter Zeit war es ruhiger auf der Webseite. Doch im Jahre 2016 kommen wieder verstärkt Beiträge.
Heute ein Thema zum Amiga A590 Festplattencontroller. Während der Weihnachtsfeiertage stellte das Gerät seinen Dienst ein. Der Amiga A500 wollte mit angesteckter A590 nicht booten. Also den Schaltplan im Internet gesucht. Nach viel messen und nachschlagen stellte sich ein defekter DMAC Rev.1 heraus. Leider sind die Preise für dieses Teil richtig heftig. Glücklicherweise verkaufte auf ebay ein Händler einen DMAC Rev. 2. Bei der A590 sind weitere Schritte notwendig damit diese mit dem neuen harmoniert. Welche Schritte zu tun sind, erfahrt ihr hier im Umbaubericht vom DMAC 390536-01 zu 390536-02.

Folgendes Werkzeug ist notwendig. Einen Chip Puller zum gefahrlosen des DMAC, einen Lötkolben und einen Schraubendreher.

Schritt 1:
Hebt mit dem Chip Puller den DMAC Rev. 1 ohne Gewaltanwendung sanft aus dem Sockel.

Schritt 2:
Drückt ohne zu großen Druck vorsichtig den DMAC Rev. 2 in den Sockel.

DMAC-1

Schritt 3:
Hebelt vorsichtig mit dem Schraubendreher den Chip bei U30 aus. Der Sockel bleibt zukünftig leer.

 Schritt 4:
Lötet eine Drahtbrücke bei JP8 ein. Der rote Kasten zeigt JP8 an. Alternativ zur Drahtbrücke läßt sich U30 am Pin 2 zu Pin 14 brücken. Sehe aber keinen Grund warum mit einem Provisorium zu arbeiten 🙂

DMAC-2

Der Umbau ist nun beendet. Viel Spaß und bis demnächst wieder 🙂

 

MBAM/Bitlocker im Serverumfeld

Einige Blogleser fragten nach ob Bitlocker im Servereinsatz sinnvoll ist.

Pauschal ist dies nicht zu beantworten denn es gibt zu viele Faktoren die es zu berücksichtigen gilt. Schauen wir uns zuerst den Standort des Servers an. Bei den meisten Firmen stellt der Serverraum das Herzstück des Unternehmens dar und wird daher vor unbefugten Zutritt gesichert. Das „Wie“ ist hierbei nicht entscheidend! Wichtig ist dies anhand einer Unternehmensrichtlinie eindeutig zu definieren. Hier macht meiner Ansicht die Bitlocker Verwendungen keinen Sinn.

Angenommen Ihr Serverraum entspricht nicht der obigen Ansicht und die Server stehen evtl. nur in einer Besenkammer.  Prüfen Sie ob Ihr Server ein TPM Modul besitzt. Falls nein, können Sie MBAM nicht verwenden und müssen auf Bitlocker zurückgreifen. Bewahren Sie daher den Wiederherstellungsschlüssel an einem sicheren Ort auf der nicht nur sicher, sondern im Ernstfall schnell erreichbar ist. Für die Erhöhung der Sicherheit ist es anzuraten Bitlocker mit einer Pre-Authentifizierung zu verwenden. Hierbei ist eine PIN, USB Stick oder beides bei Verwendung eines TPM und ohne TPM nur die Verwendung mit USB Stick möglich. Die Verwendung eines TPM only Systems schützt Ihr System nicht. Ein Dieb wird den kompletten Rechner einkassieren und nicht zuvor die Festplatten entfernen.
Die Krux an der Sache ist nun folgende.  Bei einer Pre-Authentifizierung muss der USB Stick im Server stecken bzw. Sie müssen vor der Konsole sitzen und das Passwort eintippen. Beides nicht wirklich prickelnde und Alltagstaugliche Szenarios. Zwar ist seit Windows Server 2008 die Reboot Orgie bei jedem Windows Update größtenteils dahin doch ganz ausschließen lässt es sich nicht. Es ist zudem ärgerlich wenn Sie daheim sitzen und kurz noch etwas auf dem Server einstellen  und wegen Einstellungen den Server neu booten. Wohl dem der eine Management Konsole hat 🙂
Desweiterem liegt es schwer im Magen wenn bei einem Server ein Problem mit der Verschlüsselung auftritt. Versuchen Sie mal einen Server mit mehreren TB an Daten mittels repair-bde zu transferieren! Da kommt ihr definitiv ins Schwitzen wenn hunderte User anrufen und der Vorgesetzte im Genick sitzt!

Wie man sieht handelt es sich um eine schwierige Entscheidung. Ich persönlich empfinde einen gut gesicherten Serverraum als dienlicher als eine Softwareverschlüsselung!

Microsoft DaRT – MDOP

Als Helpdesk User im First oder Second Level Support ist das Leben manchmal schwierig. Stellen Sie sich folgende Situation vor. Ein Außendienst Mitarbeiter fährt zu einer Messe,  Vollgepackt mit VMs um diese zu präsentieren. Er startet seinen Rechner und dieser zeigt einen Blue Screen an. Was tut der Mitarbeiter und wen ruft er an? Sie! Dumm das Sie das Telefon abnahmen und nun müssen Sie Support leisten 🙂

Ohne Zusatztools ist kaum was zu machen, zumeist ist nicht einmal eine Windows CD/DVD vorhanden. Also kann der Außendienstler einpacken und nach Hause fahren. Da Sie aber ein guter Administrator sind und zudem ein gewitzter IT Support Mitarbeiter, können Sie bei guter Vorarbeit einen Trumpf ziehen, sofern Sie auf Microsoft DaRT aufbauten!

Wer den ERD Commander kannte wird sich schnell heimisch fühlen. Mithilfe von DaRT besteht die Möglichkeit Mitarbeitern auch außerhalb des Firmennetzwerkes Starthilfe zu geben.  Desweiterem lassen sich DUMPs auslesen um beispielsweise querschießende Treiber auf die Spur zu kommen. Vor allem der Ruhezustandsmodus ist solch ein Kandidat.

DaRT befindet sich auf der MDOP (Microsoft Desktop Optimization Pack) DVD. Wer Dumps auswerten möchte muss zudem die „Debugging Tools for Windows“ installieren hier zu finden: http://msdn.microsoft.com/en-us/windows/hardware/gg463009.aspx

Die Installation läuft problemlos mit Hilfe des Microsoft Installer ab.  Mit Hilfe des DaRT Recovery Image Programm erzeugt man sich eine ISO. Sie können zusätzliche Treiber hinzufügen falls Sie exotische Treiber verwenden. Die ISO auf CD gebrannt oder mithilfe eine bootfähigen USB Sticks verwendet werden. Microsoft bietet hierfür ein eigenes Tool an. Alternativ genügt es den USB Stick mit NTFS zu formatieren, mit Diskpart die primäre USB Partition als „active“ zu kennzeichnen und anschließen die Dateien aus dem ISO auf dem Stick zu kopieren.

Der Bootvorgang unterscheidet sich kaum vom Bootvorgang einer Windows 7 DVD. Die einzige Ausnahme bildet der Menüpunkt: Microsoft Diagnostics and Recovery Toolset.

Reparaturkonsole mit DaRT Option
Reparaturkonsole mit DaRT Option

Anschließend bietet das Auswahlmenü einige Punkte an. Für Sie als Support Mitarbeiter ist der letzte Punkt, Remote Connection, der Interessanteste.

DaRT Remote Management - Client
DaRT Remote Management – Client

Starten Sie auf Ihrem Administrations PC/Workstation das Programm DaRT Remote Connection Viewer. Geben Sie die Ticketnummer, IP Adresse und Port Nummer ein um die Remote Verbindung aufzubauen. Der Port muss natürlich durch die Firmenfirewall. 🙂
Wenn alles passt, können Sie den Rechners Ihres Kollegen fernwarten und versuchen den Fehler zu finden ohne dem Kollegen am Telefon zu erklären was er tun muss und was gerade passiert!
Übrigends, wer System Center Service Manager 2012 und einen Intel PROv5/v7 Prozessor hat, kann den Rechner rundum bedienen. Beinahe wie ein Managementboard.

DaRT Konsole auf dem Management Gerät
DaRT Konsole auf dem Management Gerät

DaRT ist ein tolles Tool und wer bereits einmal in dieser Situation steckte, wie ich zum Beispiel :), wird es lieben und sehr, sehr schätzen!

Deneb und Delfina Flipper

Seit mehreren Monaten bin ich am Wiederaufbau meines Amiga 4000. Die Hardware ist verbaut und die Software installiert. Eigentlich ein zufriedenstellendes Ergebnis doch muckt die Delfina Flipper bei der MP3 Wiedergabe ständig und friert den Rechner ein. Zuerst dachte ich an ein Library Problem. Daher alle im Netz auffindbaren Bibliotheken gezogen und installiert. Doch immer fror der Rechner nach wenigen Minuten ein. Unzumutbar, der Ursache muss auf den Grund gegangen werden 🙂

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Irgendwann hatte ich die Schnauze voll und begann alles zu dokumentieren. Die Testumgebung wurde Hardwaretechnisch nicht geändert. Die Delfina hing dabei am Clockport der Deneb die mit neuester Firmware ausgerüstet war. Der Testplayer war Amiga AMP mit MHI und die MPEGA Libmad Library. Dazu kam die neuste AHI 6 Version zum Einsatz.
Die MP3s lagen im Ordner HD0:Music/ wobei HD0 die Workbench Platte ist. Die MP3s waren ausschließlich Deep Dance oder Studio 33 Alben. Also zuletzt noch eine Playlist für Amiga AMP angelegt und los gingen die Tests.

Zuerst änderte ich nach jedem einfrieren die Delfina Library. Danach Rechner für 5 Minuten vom Stromnetz getrennt und weiter getestet. Die verschiedenen Library brachten keinen großen Erfolg.

Der nächste Schritt war der Delfina mehr Masse zu geben. Also ein Massekabel direkt mit dem Mainboard verbunden. Als Anschlusspunkt wählte ich an der Delfina die unterste PIN Reihe beim Clockport. Also wieder getestet und gleiches Ergebnis. Immer wieder fror der Rechner ein. Wobei das Massekabel deutlich für mehr Stabilität sorgte. Nun lief Amiga AMP bis zu 60 Minuten am Stück. Ein Rekord, wenn nicht gar ein Weltrekord! Denn solange hielt die Karte nie durch.
Naja, wenn ein zusätzliches Massekabel solch ein gutes Ergebnis lieferte, wieso nicht zusätzlich welche anlegen? Schließlich waren noch 2 Massepunkte auf der Delfina vorhanden. Da ich keine Ösen für das Massekabel mehr hatte, nahm ich einen gewöhnlichen Y-Stromstecker für Diskettenlaufwerke und steckte jeweils diesen an die Massepunkte an (bei mir ein rotes und ein schwarzes Kabel). Durch die zusätzliche Masse war der Klang der Karte deutlich verbessert. Doch bringt es auch die gewünschte Stabilität?

Die Ernüchterung folgte schnell, nach 10 Minuten fror der Bildschirm erneut ein. Also war es zuvor wohl Zufall. Die zusätzlichen Massepunkte brachten nicht die erhoffte Stabilität mit sich. Ziemlich gefrustet schaltete ich die Maschine aus und stellte diese erstmals in die Ecke. Man darf nicht vergessen, diese Tests umfassten eine Zeitspanne von gut und gerne 5 Wochen. Jeden Abend nach der Arbeit Amiga gestartet, Einstellungen gemacht, Librarys getauscht und Ergebnisse dokumentiert. Immer das gleiche Ritual…

Delfina Flipper mit zusätzlichem Masseanschluss
Delfina Flipper mit zusätzlichem Masseanschluss

Einige Tage später erneut den Amiga raus gekramt und erneut getestet. Bereits nach 4 Minuten war der Amiga eingefroren. Anschließend schaute ich mir meine Excel Tabelle an und war ratlos. Alles probiert was möglich war und das blöde Ding lief nicht stabil. Nach gut und gerne 5 Minuten starren kam eine Idee. Die Idee war, sich die MP3s anzusehen. Da diese über Jahre angesammelt wurde, kam für das Encodieren immer ein anderer Codec zum Einsatz. Als Open-Source Anhänger des Linuxforums verwendete ich immer LAME.  Nach guten 3 Stunden konnte ich die Abstürze der Delfina nachstellen und provozieren. Immer wenn eine MP3 mit LAME 3.97 v2 Preset Standard codiert wurde, stürzt der Amiga definitiv innerhalb 30 Minuten ab! Alle Pre- und Post LAME Version funktionieren hingegen tadellos!

Gestern lief das Gerät 11 Stunden durch ohne Absturz und spielte alle MP3s in der Playlist ab! Heute läuft der Amiga 4000 bereits gute 7 Stunden und spielt über Amiga AMP MP3s ab. Zur Nachstellung einer Arbeitsumgebung lade ich die neuen Debian 6 Version als ISO herunter. Ein Skript kopiert dabei Dateien vom USB Stick auf die Platte, entpackt die LHA Archive und kopiert alle Dateien wieder zurück. Anschließend beginnt die Prozedur erneut. Somit wird etwas Last auf dem Zorro-3 Bus, dem SCSI Interface und dem Prozessor generiert.

Delfina Flipper am Clockport der Deneb
Delfina Flipper am Clockport der Deneb

 Achtung:
Mein Massekabel ist ein Y-Verteiler für ein PC Diskettenlaufwerk. Normalerweise führt das Rote und Gelbe Kabel 5V bzw. 12V. Sie müssen das Kabel vorher anders ausrichten ansonsten zerstören Sie Ihre Hardware!
Für kaputte Hardware übernehme ich keine Garantie!!!

Die nächsten Tests beinhalt herauszufinden wie viele Massekabel ich ohne Absturz abziehen kann. Naja, notfalls bleiben alle dran, denn die hauptsache ist, die Kiste läuft stabil.