DCE Scanmagic upgrade – Amiga 1200

Am vergangenen Samstag (15.12.2012) war eine Lötsession für alte Amiga Hardware. Einerseits dem Austausch zweier ICs einer MLC RANDY ROM Platine. Andererseits erfolgte das Anlöten von zwei Speicherbausteinen auf einem DCE Scanmagic. Mit diesem Upgrade wandelt sich der Scandoubler zum Flickerfixer. Im Prinzip einfach durchzuführen da die Lötpads und die Logik bereits vorhanden sind.

DCE Scanmagic vor Update
DCE Scanmagic vor Update

Nach Säuberung der Platine und nachverzinnen der Pads erfolgt das Löten der beiden RAM Bausteine vom Typ NEC D42280GU-30. Innerhalb 5 Minuten war das Werk vollbracht. Mit dem Multimeter nachgemessen und alles passte.

DCE Scanmagic nach Update
DCE Scanmagic nach Update

Nach dem Einschalten des Amiga 1200 war das Bild deutlich entspannter als zuvor. Vorher flackerte der Rand etwas. Etwas störend wirkten die Horizontalstreifen auf dem Bildschirm .Diese lassen sich am TFT Bildschirm über einen definierten Clock von 908 größtenteils verringern. Wer einen CRT Monitor verwendet hat bereits nach dem Einschalten ein sehr gutes Bild. Anders als beim Indivision kann der DCE Scanmagic nur Standardauflösungen liefern. Für eine WHDload Spielemaschine reichen diese Auflösungen da eh bei jedem Start in die native Amiga Auflösung gewechselt wird. Schön sind zudem die geringen Maße der DCE Platine.

Alles in allem ist es wirklich einfach den DCE Scanmagic vom Scandoubler zum Flickerfixer auszubauen. Sehr lobenswert seitens DCE war die Logik bei beiden Modellen standardmäßig zu integrieren. Ansonsten wäre ein Auflöten zwar möglich aber ohne Ansteuerung sinn frei gewesen. Schwieriger ist die Bauteilbeschaffung. Die NEC Speicherbausteine sind nicht einfach zu bekommen.
Laut Aussage meines Freundes kostete ein Baustein 6 US-$ und der Scandoubler ca. 40 Euro. Wer hier bedarf hat am NEC RAM, da kann ich gerne behilflich sein und vermitteln.

Zum Abschluss ein paar Bilder und bis demnächst…

Ansicht RANDY ROM und DCE FF
Ansicht RANDY ROM und DCE FF
Amiga 1200
Amiga 1200
Kefrens Multi Megamix II
Kefrens Multi Megamix II

Phase5 Blizzard 1230 MK-IV vs. DCE Typhoon MK-2

Bei beiden Produkten aus dem Hause Phase5 und DCE handelt es sich um sogenannte Turbokarten für den Commodore Amiga 1200.

Typhoon MK-2 und Blizzard MK-IV
Typhoon MK-2 und Blizzard MK-IV

Hier vorab die wichtigsten Spezifikationen:

Blizzard 1230 MK-IV Typhoon MK-2
Hersteller Phase5 DCE
Herstellungszeitraum 1994-1996 1999
Prozessor Motorola 68030 50MHz PGA Motorola 68030 40MHz QFP
Co-Prozessor (optional) Motorola 68882 PGA Motorola 68882 PGA
Max. RAM 128 MB EDO-RAM 64 MB EDO-RAM
RAM autokonfigurierend Ja Jumper auf der Platine
PCMCIA friendly Ja Ja
TK RAM verfügbar wenn aus nein nein
Abschaltbar Drücken der Taste „2“ Jumper auf der Platine
SCSI On-Board Optional, zusätzlichen 128MB Ja
Echtzeituhr Ja Ja
MAPROM Funktion Ja nein

Blizzard 1230 MK-IV
Die Blizzard Turbokarten Serie war eine Entwicklung von der damaligen Hardware Edelschmiede Phase5. Der letzte Wurf der 1230 Serie war die MK-IV. Die Verarbeitung ist wie von Phase5 gewohnt hervorragend. Die Karte sitzt passgenau und zum einsetzen muss der Amiga nicht geöffnet werden. Das Einsetzen erfolgt über den Erweiterungsschacht an der Gehäuse Unterseite. Die MK-IV ist sehr gutmütig wenn es um die RAM Bestückung geht.  Die Karte lief mit allen mir zur Verfügung stehenden Speicherriegeln ohne einmal zu mucken. Einsetzen, einschalten und Spaß haben… so sollte es bei Amiga Hardware sein.
Desweiteren ist die Karte für eine 1230er auch rasend schnell . Bisher kenne ich keine schnellere 68030 Prozessorkarte für den Amiga 1200. Rein auf die Anbindung des Speicherinterfaces übertrumpft die Karte locker Ihre größeren Brüder mit 68040 bzw. 68060 Prozessor.

Blizzard 1230 MKIV Bustest
Blizzard 1230 MKIV Bustest

Anhand des optional Ansteckbaren  SCSI Controllers wird die Karte nicht durch den langsamen PIO IDE Controller ausgebremst. Was nützt eine schnelle Turbokarte wenn die Daten schnarchend zum Prozessor gereicht werden? Als nettes Schmankerl bietet der SCSI Controller zusätzlich die Möglichkeit den Speicher, um weitere 128 MB, auf insgesamt 256 MB RAM zu erweitern.

Sysinfo Blizzard MK-IV
Sysinfo Blizzard MK-IV

Typhoon MK-2
Die Typhoon MK-2 ist eine Entwicklung von DCE. Thomas Dellert entwickelte neben der getesteten Karte auch die M-TEC  Viper V. Beide Karte sind sich vom Aufbau und Design sehr ähnlich und beide verwenden das gleiche SCSI device (EMATSCSI.device).
Die Karte selbst ist sauber verarbeitet und besitzt, anders als die oben genannte Blizzard MK-IV, deutlich weniger Logikbausteine. Der Einbau der Karte ist etwas hakelig und ohne das öffnen des kompletten A1200 bekam ich die Karte nicht eingebaut obwohl diese ca. 3 cm kürzer ist. Ein weiterer Minuspunkt im Design ist die Anbringung des SIMM Sockels. Nach Einbau der Karte lässt sich die Abdeckklappe auf der Unterseite nicht mehr schließen. Dies sehe ich als Designfehler an und sollte einer damals renomierten Amiga Hardware Schmiede nicht passieren. Ich persönlich möchte die Öffnung gerne durch die Klappe geschlossen sehen, auch um die teure Hardware zu schützen. Zudem ist die Typhoon Karte inzwischen recht selten.

Typhoon MK-II Bustest
Typhoon MK-II Bustest

Sofern am SCSI Controller keine Festplatte hängt, gönnt sich der Amiga eine gedenkpause von ca. 20 Sekunden bis der Zugriff auf den internen Datenträger am IDE Port erfolgt. Abkürzen lässt sich diese Pause durch drücken der linken Mausetaste direkt nach dem Einschalten. Die Geschwindigkeit des SCSI Controllers ist mit 6,8 MB ordentlich. Wobei die Messung mit Sysinfo erfolgte und somit nur zur Orientierung dienen soll. Der Anschluss an der SCSI Festplatte erfolgt über ein 50-poliges Kabel. Ein durchreichen an externe SCSI Geräte ist nicht vorgesehen.
Der Prozessor hat leider nicht die Durchschlagskraft der Blizzard MK-IV. Sei es nun durch eine Designtechnische Schwäche oder durch die um 10 MHz verringerte CPU Taktfrequenz. Wobei dies im Jahr 2011 nicht mehr ausschlaggebend sein dürfte. Damit kann jeder Amiga Freak leben 🙂

Sysinfo Typhoon MK-2
Sysinfo Typhoon MK-2

Fazit
Beide getesteten Karten sind hervorragend und uneingeschränkt empfehlenswert.
Die Blizzard MK-IV überzeugt als schnellste 68030 Turbokarte und hervorragender Verarbeitung. Dank optionalem SCSI-Controller sind nur kleinere Wartezeiten beim Datentransfer zu erwarten. Leider kostet der Controller beinahe so viel wie die Blizzard Turbokarte selbst. Wer das Geld ausgeben kann sollte es auch tun. Der Amiga reagiert deutlich flotter mit SCSI. Zudem ist der SCSI Controller auch für die Blizzard 1240 und 1260 einsetzbar.
Die Typhoon MK-2 überzeugt mit gutem Speicherinterface und integriertem SCSI-Controller.
Beide Karten sind Ihr Geld wert und zeigten auch im Dauereinsatz keine Aussetzer und keine Abstürze. Was will der heutige Amiga Anwender mehr? Ein Amiga 1200 mit einer der beiden Karten mit installiertem WHDload stellt die optimale Spielmaschine dar.

Wann haben Sie zum letzten Mal Ihren Amiga 1200 eingeschaltet? Vielleicht sollten Sie es jetzt wieder tun!