NAS im Selbstbau

Wie vieles im Leben muss sich manche liebgewonnene Gegebenheit den Anforderungen der heutigen Zeit stellen. Durch den Kauf eines hypermodernen Curved-Fernseher, kam der Wunsch bei meiner Partnerin, endlich Film- und Musik zu streamen.
Diesem Wunsch komme ich natürlich gerne nach, denn auch mein Arbeitsrechner hat neben einer M.2 SSD Karte für das Betriebssystem auch ein Raid 10 mit 4x 1TB Festplatten eingebaut. Es rattern die Festplatten, die Lüfter heulen fröhlich bei Belastung, somit steigt die Geräuschkulisse deutlich an. Letztlich nur mit Kopfhörer wirklich erträglich…
Ein Server für das Datenmassengrab drängt sich förmlich auf  🙂

Lange rede kurzer Sinn, eine NAS (Network Attached Storage) muss her!

Eine fertige aus Produktionshallen diverser Hersteller kam daher für mich niemals in Frage.
Meine Anforderungen an die NAS sind, ein Windows Betriebssystem mit installiertem Hyper-V. Somit kann ich bei Bedarf problemlos VMs nach eigenen Bedarf hinzufügen. Obwohl es wohl bereits einen VDR im Docker Container gibt? Außerdem brauche ich einen PCIe Slot für meine SAS Karte zum Anschluß eines LTO Bandlaufwerks. Kleines ITX Board mit Gehäuse zur Aufnahme für 6x Festplatten 3,5 Zoll Formfaktor. Der NAS Rechner soll im Keller stehen ohne zusätzlichen Maus, Tastatur und Monitor Anschluss. Daher muss das Mainboard eine Remoteverwaltung mit separatem Managementnetzwerkanschluss zur Verfügung stellen. Außerdem sind 2 Netzwerkanschlüsse sinnvoll aufgrund meines belegten PCIe Slot durch den SAS Controller.
Als Arbeitsspeicher genügen mir erstmals 16GB ECC RAM. Warum ECC Speicher werden sich vielleicht der eine oder andere sich Fragen? Wenn das Board und Prozessor ECC unterstützen, sehe ich keinen Grund es nicht zu kaufen. Es gibt durchaus Markenspeicher zu einem günstigen Kurs. Hier heißt es die Angebote abzugrasen. Richtig ist, befindet sich der Fehler bereits auf dem Client wird dieser mit auf die NAS mit ECC transferiert. Da ich aber überwiegend Daten direkt auf der NAS erzeuge, bietet ECC einen Mehrwert an.

Somit blieb ich bei Microsoft Server 2016 hängen. Aktuell, schnell und mit Storage Spaces bietet das Betriebssystem genau die Anforderungen was ich suchte. Ich wollte weg von diesem statischen Hard- Software Raid Level Klump. Natürlich bieten viele Hersteller gut Raid Controller an die eine Vergrößerung der Datenkapazität dynamisch erlauben. Wieso aber extra Geld, und zwar nicht wenig, für Hardware ausgeben?

Die ausgesuchte Hardware sieht wie folgt aus:
– ASUS P10S-I mit TPM und mit ASMB8 Modul für Fernwartung
– Pentium G4400 (Skylake)
– 16 GB Kingston ECC Speicher (KVR21E15D8/8HA)
– Fortron 200W FSP200-50GSV-5K SFX-Netzteil
– Fractal Design Node 304
– 2x SanDisk Z410 SSD für Betriebssystem (Raid-1)
– diverse Kabel

Das Mainboard war über meine Recherche hinweg preislich extrem schwankend. Als der Gedanke für die NAS aufkam war der Straßenpreis bei ca. 165€ + Versand. Nach einigen Tagen stieg der Preis zwischen 180€ bis 195€ an. Durch eine Preissuchmaschine entdeckte ich zufälligerweise ein Angebot eines ebay Händlers. Dieser bot das Board für 145€ inkl. Versand an. Ein Glücksgriff J, denn nach meinem Kauf änderte der Händler den Verkaufspreis auf 190€.

Die Lieferung ging schnell und zügig. Hierzu einige Impressionen:

Alle Komponenten im Überblick
Alle Komponenten im Überblick
Mainboard, BMC und TPM Modul
Mainboard, BMC und TPM Modul
Intel G4400 Pentium und Kingston ECC RAM (2x 8GB)
Intel G4400 Pentium und Kingston ECC RAM (2x 8GB)
SanDisk SSD Z410 256GB
SanDisk SSD Z410 256GB
Fractal Design Node 304
Fractal Design Node 304

Leider ist der Mainboard USB Header nicht mit dem USB Kabel des Gehäuses konform. Das Mainboard erlaubt lediglich den Anschluß einer USB Buchse. Die zweite USB Schnittstelle liegt somit brach, hätte ASUS wahrscheinlich besser lösen können. Mich stört es nicht sonderlich, ist doch der USB Header ein USB2 Port. Mir genügt 2x USB3 auf der Rückseite des Gehäuses.

Ansonsten verlief der Zusammenbau der Komponenten ohne großartige Komplikationen. Es ist schön wenn alles genormt ist. Aufgrund meiner Auslegung für 6x SATA Geräte bietet mir das Netzteil mit 1x Floppy, 2x Festplatte und 2 x SATA zu wenig Stromanschlüsse. Mein Ziel war alle Stromanschlüsse des Netzteils zu verwenden. Also mußte ein Adapter für Floppy zu SATA und ein SATA Y-Kabel her. Kein größeres Problem, die notwendigen Adapter gibt es alle bei Amazon für einen kleinen Euro Betrag. Das SFX Netzteil läßt sich aufgrund seiner Größe nur mit zwei Schrauben im Gehäuse befestigen. Überlegte mir im Vorfeld lang ob eine Blende von SFX auf ATX Sinn macht. Nach dem verschrauben stellte sich heraus das Netzteil hängt perfekt in Position. Glücklicherweise entfällt somit die ATX Blende! Aufgrund des kleineren Formfaktors erfolgte die Verlegung der Kabel unter das Netzteil.
Das Kabelmanagement ist in den Bildern quasi nicht vorhanden J Sobald alle Komponenten Ihren Stammplatz beziehen, erfolgt die Optimierung. Mein Mainboard hat 2x FAN  und 1x CPU FAN Anschlüsse. Somit fehlt mir ein Anschluss um alle drei Gehäuselüfter anzusteuern. Auf die im Gehäuse integrierte Lüfter Steuerung verzichte ich erstmals. Daher bekommen der Lüfter zum Kühlen der Festplatten und der hintere Gehäuselüfter einen gratis Steckplatz am Mainboard. Somit bleibt der 3 Gehäuselüfter erstmals unbenutzt im Systemkonstrukt.
So, noch ein Wort zu den 6x SATA Ports des Mainboards. Das Board bietet 2x reguläre SATA Anschlüsse, bei Anschluss einer M.2 SSD Karte deaktiviert sich automatisch der graue SATA Port. Die restlichen 4 SATA Anschlüsse sind über ein miniSAS HD Kabel zu verbinden. Wer nicht lange nach der korrekten Bezeichnung suchen will, der findet bei verschiedenen Anbieter ein SFF-8643 auf 4x SATA Kabel. Dieses Kabel belastet Euer Budget mit 10-20€. Preislich ok, wer die 4 regulären SATA Kabel erwerben muss, liegt in ähnlicher Dimension.

Hier noch ein paar Bilder zum Einbau. Erst Prozessor, dann Prozessorkühler, RAM Riegel und zuletzt, falls vorhanden, TPM und BMC.
Hier etwas Hardwareporn 🙂

Intel G4400 Prozessor auf ASUS P10S-I Mainboard
Intel G4400 Prozessor auf ASUS P10S-I Mainboard
Intel Boxed Kühler mit Push Pins
Intel Boxed Kühler mit Push Pins
2x 8GB KVR21E15D8/8HA DDR4-2133 ECC DIMM
2x 8GB KVR21E15D8/8HA DDR4-2133 ECC DIMM
Gehäuse blank
Gehäuse blank
200 Watt Fortron FSP200-50GSV-5K Netzteil eingebaut
200 Watt Fortron FSP200-50GSV-5K Netzteil eingebaut
Stromadapterkabel 1x Floppy, 2x SATA 1x SATA
Stromadapterkabel 1x Floppy, 2x SATA 1x SATA
Netzteil Rückseite, Kabelmanagement unterm Netzteil geführt
Netzteil Rückseite, Kabelmanagement unterm Netzteil geführt
Mainboard eingebaut... TPM Modul fehlt
Mainboard eingebaut… TPM Modul fehlt

Wir sehen uns beim zweiten Teil… Installation Windows Server 2016!

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Indivision AGA 1200 MK-II

Was lange währt wird endlich gut. Die meisten Amiga Anwender sehnten sich nach dem Nachfolgeprodukt des Indivision 1200 und nun ist er endlich verfügbar.

Im gut geschnürtem Paket enthalten ist:
1. Indivision AGA 1200 MK-II
2. Adapterplatine für DVI
3. Bolzen zur Befestigung der Adapterplatine
4. Erdungskabel
5. Anleitung
6. Flyer der Amiga Future

Lieferumfang Indivision MK-II
Lieferumfang Indivision MK-II

Die wichtigste Neuerung ist der DVI-Anschluss. Der Amiga kann somit direkt mit Monitoren der neusten Generation betrieben werden. Über Adapter ist beispielsweise auch HDMI etc. möglich. Wer einen Monitor mit VGA Eingang hat muss ebenfalls einen Adapter aufstecken. Zumeist liegen diese bei PC Grafikkarte mit im Karton.

Die Anleitung beschreibt den Einbau des Indivision sehr gut. Wer mit einem Schraubendreher umgehen kann und etwas Zeit und Ruhe mitbringt, für diesen Personenkreis stellt der Einbau keine Hürde dar. Das wichtigste ist, zuerst lesen, verstehen und dann Hand anlegen.
Gegenüber dem ersten Indivision hält der Sockel den Flickerfixer auch wenn der Amiga etwas ruppiger angegangen wird. Das erste Modell hatte die Angewohnheit bei jedem kleinesten Stoß aus der Lisa zu springen. Der neue Sockel ist eine Wucht, man hat arge Mühe die Platine unbeschadet vom Sockel runterzubringen 🙂
Desweiterem zeigte das erste Modell bei geschlossenem Gehäuse gerne Grafikfehler die durch die Hitzentwicklung der Lisa erfolgte. Bei mir lief der A1200 mit MK-II gute 3 Stunden im Battle Squadron Demo Modus ohne Grafikfehler oder flimmern.

Indivision MK-II im Amiga 1200 eingebaut
Indivision MK-II im Amiga 1200 eingebaut
Erdungsband angeschlossen
Erdungsband angeschlossen

Nach dem einschalten zeigt der Amiga erwartungsgemäß sein Bild auf dem Monitor/TFT an. Links oben ist kurz das Individual Computers Logo zu sehen. Die Workbench sieht wie gewohnt aus, allerdings war bei mir das Bild stark gestreckt. Somit können Objekte im unteren Bildschirmdrittel nicht erreicht werden. Mein Monitor erlaubt ein Auto-Setup und anschließend war alles ok.
Das Bild ist hervorragend und die Farben klar und satt. Wer bisher einen Commodore 1084S Monitor verwendete kann das klare Bild kaum fassen.

Red Sector Mega-Demo - Circle Twist
Red Sector Mega-Demo – Circle Twist
Battle Squadron Titlescreen
Battle Squadron Titlescreen

Nach der ganzen Euphorie hier noch ein Dämpfer. Wer seinen Amiga 1200 mit Erweiterungskarten vollgestopft hat, bei dem könnten Erweiterungen wie BVision oder Elbox FastATA Schwierigkeiten bereiten. Das ist wahrscheinlich eine Milimeter Sache die entscheidet ob es passt oder nicht!

Tja, was gibt es noch zu sagen…  das Teil ist hot und wer als Amiga Freak nicht zugreift ist selbst schuld! Lange wird es den neuen Indivision nicht zu kaufen geben.

Don´t be shy, don´t be hesitate, buy your Indivision today!