Amiga 1200 – Blizzard 1230 SCSI Kit

Hallo zusammen,
nach unzähligen Verschiebungen steht endlich das Projekt an, meinen 1993 gekauften Amiga 1200, den finalen Hardwareschliff zu verpassen.
Zuerst die Hardwarekomponenten:
– Amiga 1200 mit Kickstart 3.1
– Blizzard 1230 MK-4 mit SCSI Kit
– Acard 7720u SCSI2IDE Adapter
– Indivision AGA 1200 MK-1
– Toshiba MK2004GAL Festplatte mit 20GB

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Dem geübten Amiga Auge sticht direkt das obere Abschirmblech ins Auge. Es handelt sich hierbei um eine Modifikation die Alternate bereits bei Auslieferung des Gerätes vornahm. Ursprünglich war eine 3,5 Zoll Festplatte mit damals sagenhaften 130MB verbaut. Aufgrund der Bauweise des A1200 war eigentlich eine 2,5 Zoll Festplatte vorgesehen und Alternate entschied sich für das ausschneiden des Bleches. Damals störte mich dies wenig… heute… nur ein wenig.

Unterm Blechkleid steckt der Indivision AGA 1200 MK1 und sorgt für ein klares Bild über den VGA Ausgang am Röhrenmonitor. Mich störte bisher immer Sprunghaftigkeit der Platine aus Lisa heraus. Ein kleiner Stoß genügte und es zeichneten sich Bildstörungen am Monitor ab. Somit war der Anwender gezwungen die Platine wieder festzudrücken. Grund hierfür scheint der verbaute Sockel zu sein der trotz aller liebe und abschleifen nie 100%ig halten mochte. Eine dauerhafte Lösung musste her und wie der Zufall es wollte, nahm ich Kontakt mit dem Hersteller auf. Dieser verkaufte mir einen Sockel, wie er ebenfalls im Nachfolgeprodukt, dem Indivision 1200 AGA MK2, verbaut wurde. Somit musste wiedermal der Lötkolben bzw. die Entlötpumpe herhalten. Glücklicherweise entfällt bei mir der Handbetrieb. Gut, der Indivision hat nun den neuen Sockel und ist unter dem oberen Abschirmblechverbaut.
Außerdem liegt auf der Platine eine dünne Pappe um Kurzschlüsse zu verhindern!

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Etwas Kopfzerbrechen machte mir der Anschluss des SCSI Kits der Blizzard Turbokarte. Anders als der SCSI Standard 50 polige Anschluss hat die Karte nur einen 25 poligen Stecker.  Somit war basteln angesagt um eine Adapterkabel 26 zu 50 polig zu bauen. Die Position des ACARD Scsi2IDE Adapter war hingegen fix festgelegt. Das starre Diskettenlaufwerkkabel dient als Fixierhilfe und ein Klettband sorgt für den notwendigen halt. Ein IDE Kabel mit Stecker und Buchse sorgt als Verlängerung zum Anschluss der Festplatte. Unterhalb der Festplatte liegt ein dünner zurechtgeschnittener Karton um ein Kurzschluss zwischen Festplatte und oberes Abschirmblech zu verhindern! Die Fixierung der Festplatte erfolgte einfach mit etwas Heißkleber an der Festplatte. Heißkleber bekam hier vor den Kabelbindern den Vorzug um ein ungewolltes verrutschen der Festplatte zu verhindern. Außerdem läßt sich auch der Kleber rückstandsfrei entfernen.

Was mich am Blizzard SCSI Kit störte ist die Tatsache, dass es keine Möglichkeit gibt bzw. vorgesehen ist, die HD-Led des Amiga zu verwenden. Aufgrund des IDE Datenblattes liegt der LED Pin am PIN 39. Doch wo schließt man im Amiga nun das andere Ende an? Direkt am HD-Adapter, der Reduzierung von 44 auf 40-polig oder am Mainboard direkt? Ganz falsch, im Datenblatt des Acard 7720u ist JP3 als „Activity Led“ bezeichnet. Wie häufig im Amiga, muss gebastelt werden, so auch das Kabel mit 2 Buchsen. Doch nach dem einschalten des Amiga 1200 leuchtete die HD-Led ständig gedimmt. Hm, auf Dauer wird mir das nicht gefallen. Nach Einbau eines 10kO Widerstandes im Kabel leuchtet die HD Led auch nur beim Zugriff auf die Festplatte. Tatadada… wieder ein offener Punkt gestrichen 🙂

Dummerweise hat mein SCSI Kit noch eine ältere Version verbaut. Im vergleich zur aktuellen ROM Version 8.5 ist meine 7.19 wirklich alt. Dummerweise habe ich derzeit keine 27C256 oder 27C512 PLCC Eprom ICs hier. Daher muss das alte ROM erstmals herhalten 😀

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Damals war SCSI der quasi Standard in vielen Geräten. Heute mag die Technik angestaubt wirken, was Sie tatsächlich auch ist. Das einzig wichtige zu wissen ist:
1. der SCSI Bus muß am Ende und Anfang terminiert sein
2. jedes Gerät erhält eine unique SCSI ID

Aus diesen beiden Punkten ergibt sich beim Phase5 SCSI Kit folgende Situation. Das SCSI Kit selbst hat die ID-7. Somit stehen dem User noch die IDs 0-6 zur Verfügung. Wer mehrere Geräte in seinem A1200 unterbringen möchte, wie auch immer das funkionieren soll, vergibt die IDs aufsteigend. Also die 1. Festplatte erhälte die ID 0, das CD-ROM die ID 1 usw.
Im obigen Punkt 1 steht, das erste und letzte Gerät muss terminiert sein. Das SCSI Kit erledigt diesen Punkt bereits ohne weiteres zutun. Wichtig ist nun, den Acard als letztes Gerät meiner, zugegeben doch sehr kurzen SCSI Kette, zu terminieren. Daher muss beim 7720u der Jumper auf JP2 gesetzt sein. Wer möchte kann auch den Term-Power Jumper JP4 setzten. Beim Betrieb von einem Gerät ist dies jedoch unerheblich.
Bei SCSI-2 genügt es die passiven Terminatoren bei den Geräten zu verwenden. Nochmals, wer den SCSI Bus nicht terminiert, riskiert teilweise undefinierbare Fehler. Außerdem sucht man den Fehler überall, aber nicht in der Hardware bzw. bei einem fehlenden oder falsch gesetzten Jumper!

Hier das Datenblatte des Acard 7720U und 7720UW. Im Fall der Fälle damit es nicht irgendwann in den tiefen des Internets verschwindet.
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Einige Bilder… und wer Fragen hat, der fragt einfach 🙂

Bis die Tage und tschüssi…

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Amiga – Verbindung mit der alten Stereoanlage

Hallo zusammen,
wer kennt die Situation nicht beim dem eine Kleinigkeit nervt und doch läßt man das Thema erstmals ruhen weil es keine gute Idee dafür gab für einen Lösungsansatz. Genau an diesem Punkt war stellte meine Retrogruppe in Stuttgart vor ein Problem. Wir zocken immer bei mir im Büro (Keller). Damit jeder den Sound und Effekte wahrnehmen mußte meine alte Stereoanlage herhalten. Eigentlich kein Grund zur Klage, doch störte
a) das ständige auf- und abbauen
b) die schludrige Verkabelung 😉
c) zuwenig Platz am Tisch für A1200, Joysticks und inzwischen 5 dicke, große Kinder 😀

Eigentlich existiert eine brauchbare Lösung für den obigen Problemcontainer. Dank zweier Bluetooth Geräte, je ein Transmitter und ein Reciever, erfolgt die Soundübertragung kabellos! Etwas Recherche im Internet und die Favoriten lagen eigentlich fest. Einkauf bei Amazon getätigt und 3 Tage gewartet.
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Der auvisioTransmitter überträgt den Sound zu einem Bluetooth Empfänger. Der Lieferumfang ist recht bescheiden. Nebem dem Gerät selbst, liegt nur eine Anleitung und ein USB Kabel zur Aufladung bei. Zur Verkabelung mit dem Amiga ist aufgrund der zwei getrennten Soundausgänge ein zusätzliches Kabel notwendig.Eine Kupplung zweier Chinchstecker zu einer Chinchbuchse.
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Der Anschluss der Stereoanlage erfolgt mit dem Logitech Bluetooth Audio Adapter. Neben dem Gerät selbst liegt der Packung noch ein Netzteil und ein Chinchkabel bei. Meine Stereoanlage hat im AUX Anschluss allerdings zwei Chincheingänge. Somit ist ein zusätzliches Audiokabel notwendig. Am besten gleich mitbestellen oder eines vom 1084S Monitor nehmen. Zur Verkabelung gibt es nicht viel zu sagen… einstecken und gut ist es.
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Die Kupplung beider Bluetooth Geräte ist einfach. Schaltet zuerst den Logitech Empfänger ein. Anschließend auf die Taste der Oberseite drücken, nun blinkt diese etwa 1-2 Minuten. Schaltet jetzt den Transmitter ein. Haltet die Taste solange gedrückt bis die blaue LED blinkt. Eine erfolgreiche Kopplung macht sich mit dem abspielen der Musik bemerkbar… was denn sonst 😀
Mein Test über ca. 5m Entfernung verlief super! Überraschend war die dauerhafte Stabilität der Bluetoothverbindung.

Der Sound erhält dank der Stereoanlage viel mehr tiefe. Plötzlich kommt viel mehr Wumms aus den Lautsprechern. Also, dreht mal einige Amiga Megademos ordentlich auf und last es krachen!

 

Amiga A600 Netzteil – Elko Wechsel

Heute kam die Gelegenheit endlich um das Netzteil meines „Ratten“ Amiga A600 zu kümmern. Das Öffnen des Netzteiles ist mit Lebensgefahr verbunden. Wer nicht weiß, wo er was berühren darf, besser die Finger lassen! Nach dem Ausschalten besser das Netzteil einige Tage ausgeschaltet lassen.

Commodre A600 Netzteil. Beim Öffnen besteht Lebensgefahr!
Commodre A600 Netzteil. Beim Öffnen besteht Lebensgefahr!

Durch lösen der 4 Schrauben gelangt man an das Innere. Das Netzteil bekam eine Reinigung mit dem Brausekopf mit ständigem Wasserstrahl und schruppen einer ausgedienten Zahnbürste. Anschließend kam das Ersetzen der Elektrolytkondensatoren (Elkos) dran. Glücklicherweise war alles vorrätig im Haus. Somit war das Aus- bzw. Einlöten der Bauteile schnell erledigt. Wichtig neben der richtigen Polung ist auf die richtigen uF und Volt Werte der Bauteile zu achten. Wobei der Volt Wert auch höher liegen darf. Die heutigen Bauteile sind deutlich kleiner als die vor 20 Jahren. Auch sind auf der Platine meisten 3 Bohrungen vorhanden. Somit passen die neuen Elkos sauber ohne knicken auf die Platine. Ein Austausch wäre nun nicht zwingend notwendig gewesen. Da das Gehäuse bereits geöffnet ist… 🙂
Hier nun die Bilder:

Lite-On Netzteil
Lite-On Netzteil
Neue "Elkos" aus der Seitenansicht
Neue „Elkos“ aus der Seitenansicht
Netzteil mit neuen Elkos von oben
Netzteil mit neuen Elkos von oben
Alte Elkos in einer Reihe
Alte Elkos in einer Reihe

Zum Abschluss nun die Liste ausgelöteten Elkos:
1x 47uF, 400V
1x 3300uF, 16V
1x 2200uF, 16V
1x 1uF, 450V
1x 470uF, 16V
3x 220uF, 25V
1x 47uF, 50V
2x 1uF, 50V
1x 4,7uF, 50V

 

Amiga 1200 Elko durch Tantal ersetzen

Bereits vor einiger Zeit erneuerte ich die Elkos im Amiga Netzteil. Beim Einbau meiner neuen Festplatte fiel mein Blick auf einen SMD Elko auf dem Mainboard des A1200. Einige sahen dabei merkwürdig aus und waren matt und abgestumpft. Als kurz die Suchmaschine angeworfen und tada, dieses Symptom deutet auf ausgelaufenen Elko hin. Super Sache, am besten gleich alle runter machen und ersetzen. Doch mit was ersetzen… entweder wieder die gleichen auflöten oder als alternative welche die nicht auslaufen können. Also wählte ich normale Tantal´s aus in der Baugröße C und D und bestellte wiederum alles bei Reichelt. Im Amiga sind diese, außer im Audio Bereich, nur zur Pufferung der Betriebsspannung da. Wer ein feines Gehör hat kann im Audio Bereich die beiden Elko durch Bi-polare ersetzen. Vorsicht ist beim Einbau geboten, denn die Tantals zeigen den Plus Pol mit einen Strich an und die SMD Elko zeigen diesen mit der silbernen Seite (Minus = schwarz) an.
Achtung: Wer einen Tantal falsch einbaut dem blüht früher oder später ein Feuerwerk!  Nicht lachen, die Dinger explodieren förmlich und reißen im ungünstigsten Fall ein Lötpad oder ein Stück der Leiterbahn ab! Daher am besten vorher ein Foto machen über den richtigen Einbau und vor dem Einschalten, besser mehrmals kontrollieren ob die Polung richtig ist!

Elko durch Tantal ersetzt
Elko durch Tantal ersetzt
Elko durch Tantal ersetzt -2
Elko durch Tantal ersetzt -2

Dummerweise machte ich die Bilder nachdem das Gerät zusammengebaut war… 😦

Das Entlöten der SMD Elkos ist ziemlich einfach. Auf beiden Beinchen neues Lötzinn auftragen und mit hoher Hitze abwechselnd bei beide Beinchen die Lötspitze dranhalten. Nach einigen Sekunden lässt sich das Bauteil zur Seite schieben. Bitte niemals das Bauteil nach oben abziehen, beispielsweise mit einer Pinzette! Falls an einer Seite das Lot nicht heiß genug war, nehmt ihr evtl. ein Lötpad mit. Das Malör nachher zu reparieren ist deutlich aufwendiger als ein paar Sekunden länger zu erhitzen!
Ist der Elko runter am besten das Pad mit frischem Lötzinn nachstreichen und anschließend alles mit Entlötlitze säubern.  Anschließend neuer Tantal drauf, auf die Polung achten, und vorsichtig anlöten. Für das Einlöten machte ich an beiden Stellen einen klecks Lötzinn auf die Pads. Anschließend legte ich den Tantal auf und drückte diesen auf das Board (natürlich vorsichtig!) und erhitzte das Metallstück an der Tantalseite. Somit wurde die Hitze nach unten an das Lötzinn weitergegeben und verband sich mit dem Pad. Diese Vorgehensweise klappte bei mir sehr gut da die Tantals teilweise genauso lang sind wie die beiden Pads. Aber gut, Übung macht den Meister 🙂
Nachdem das Werk vollbracht war lief der Amiga wie am ersten Tag. Dieses Wochenende war eine Retrosession und erhielt vom Anfang bis zum Ende, insgesamt ca. 8-10 Std., durch ohne einen Absturz!

Phase5 Blizzard 1230 MK-IV vs. DCE Typhoon MK-2

Bei beiden Produkten aus dem Hause Phase5 und DCE handelt es sich um sogenannte Turbokarten für den Commodore Amiga 1200.

Typhoon MK-2 und Blizzard MK-IV
Typhoon MK-2 und Blizzard MK-IV

Hier vorab die wichtigsten Spezifikationen:

Blizzard 1230 MK-IV Typhoon MK-2
Hersteller Phase5 DCE
Herstellungszeitraum 1994-1996 1999
Prozessor Motorola 68030 50MHz PGA Motorola 68030 40MHz QFP
Co-Prozessor (optional) Motorola 68882 PGA Motorola 68882 PGA
Max. RAM 128 MB EDO-RAM 64 MB EDO-RAM
RAM autokonfigurierend Ja Jumper auf der Platine
PCMCIA friendly Ja Ja
TK RAM verfügbar wenn aus nein nein
Abschaltbar Drücken der Taste „2“ Jumper auf der Platine
SCSI On-Board Optional, zusätzlichen 128MB Ja
Echtzeituhr Ja Ja
MAPROM Funktion Ja nein

Blizzard 1230 MK-IV
Die Blizzard Turbokarten Serie war eine Entwicklung von der damaligen Hardware Edelschmiede Phase5. Der letzte Wurf der 1230 Serie war die MK-IV. Die Verarbeitung ist wie von Phase5 gewohnt hervorragend. Die Karte sitzt passgenau und zum einsetzen muss der Amiga nicht geöffnet werden. Das Einsetzen erfolgt über den Erweiterungsschacht an der Gehäuse Unterseite. Die MK-IV ist sehr gutmütig wenn es um die RAM Bestückung geht.  Die Karte lief mit allen mir zur Verfügung stehenden Speicherriegeln ohne einmal zu mucken. Einsetzen, einschalten und Spaß haben… so sollte es bei Amiga Hardware sein.
Desweiteren ist die Karte für eine 1230er auch rasend schnell . Bisher kenne ich keine schnellere 68030 Prozessorkarte für den Amiga 1200. Rein auf die Anbindung des Speicherinterfaces übertrumpft die Karte locker Ihre größeren Brüder mit 68040 bzw. 68060 Prozessor.

Blizzard 1230 MKIV Bustest
Blizzard 1230 MKIV Bustest

Anhand des optional Ansteckbaren  SCSI Controllers wird die Karte nicht durch den langsamen PIO IDE Controller ausgebremst. Was nützt eine schnelle Turbokarte wenn die Daten schnarchend zum Prozessor gereicht werden? Als nettes Schmankerl bietet der SCSI Controller zusätzlich die Möglichkeit den Speicher, um weitere 128 MB, auf insgesamt 256 MB RAM zu erweitern.

Sysinfo Blizzard MK-IV
Sysinfo Blizzard MK-IV

Typhoon MK-2
Die Typhoon MK-2 ist eine Entwicklung von DCE. Thomas Dellert entwickelte neben der getesteten Karte auch die M-TEC  Viper V. Beide Karte sind sich vom Aufbau und Design sehr ähnlich und beide verwenden das gleiche SCSI device (EMATSCSI.device).
Die Karte selbst ist sauber verarbeitet und besitzt, anders als die oben genannte Blizzard MK-IV, deutlich weniger Logikbausteine. Der Einbau der Karte ist etwas hakelig und ohne das öffnen des kompletten A1200 bekam ich die Karte nicht eingebaut obwohl diese ca. 3 cm kürzer ist. Ein weiterer Minuspunkt im Design ist die Anbringung des SIMM Sockels. Nach Einbau der Karte lässt sich die Abdeckklappe auf der Unterseite nicht mehr schließen. Dies sehe ich als Designfehler an und sollte einer damals renomierten Amiga Hardware Schmiede nicht passieren. Ich persönlich möchte die Öffnung gerne durch die Klappe geschlossen sehen, auch um die teure Hardware zu schützen. Zudem ist die Typhoon Karte inzwischen recht selten.

Typhoon MK-II Bustest
Typhoon MK-II Bustest

Sofern am SCSI Controller keine Festplatte hängt, gönnt sich der Amiga eine gedenkpause von ca. 20 Sekunden bis der Zugriff auf den internen Datenträger am IDE Port erfolgt. Abkürzen lässt sich diese Pause durch drücken der linken Mausetaste direkt nach dem Einschalten. Die Geschwindigkeit des SCSI Controllers ist mit 6,8 MB ordentlich. Wobei die Messung mit Sysinfo erfolgte und somit nur zur Orientierung dienen soll. Der Anschluss an der SCSI Festplatte erfolgt über ein 50-poliges Kabel. Ein durchreichen an externe SCSI Geräte ist nicht vorgesehen.
Der Prozessor hat leider nicht die Durchschlagskraft der Blizzard MK-IV. Sei es nun durch eine Designtechnische Schwäche oder durch die um 10 MHz verringerte CPU Taktfrequenz. Wobei dies im Jahr 2011 nicht mehr ausschlaggebend sein dürfte. Damit kann jeder Amiga Freak leben 🙂

Sysinfo Typhoon MK-2
Sysinfo Typhoon MK-2

Fazit
Beide getesteten Karten sind hervorragend und uneingeschränkt empfehlenswert.
Die Blizzard MK-IV überzeugt als schnellste 68030 Turbokarte und hervorragender Verarbeitung. Dank optionalem SCSI-Controller sind nur kleinere Wartezeiten beim Datentransfer zu erwarten. Leider kostet der Controller beinahe so viel wie die Blizzard Turbokarte selbst. Wer das Geld ausgeben kann sollte es auch tun. Der Amiga reagiert deutlich flotter mit SCSI. Zudem ist der SCSI Controller auch für die Blizzard 1240 und 1260 einsetzbar.
Die Typhoon MK-2 überzeugt mit gutem Speicherinterface und integriertem SCSI-Controller.
Beide Karten sind Ihr Geld wert und zeigten auch im Dauereinsatz keine Aussetzer und keine Abstürze. Was will der heutige Amiga Anwender mehr? Ein Amiga 1200 mit einer der beiden Karten mit installiertem WHDload stellt die optimale Spielmaschine dar.

Wann haben Sie zum letzten Mal Ihren Amiga 1200 eingeschaltet? Vielleicht sollten Sie es jetzt wieder tun!