Nierenstein – Harnleiterschiene – Drama, eine wahre Geschichte Teil 1

5 02 2014

Aufgrund der regen Beteiligung zum Artikel über die Nierensteine, bat ich meinen Kollegen, ob er seine Erlebnisse während der Zeit seiner Erkrankung erzählen möchte. Er kam dieser bitte gerne und nachfolgend seine Erlebnisse.

Ich beginne mit den Untersuchungen im Krankenhaus. Vor Schmerz gekrümmt legte ich mich auf den Untersuchungstisch. Die Ärztin begann mit der körperlichen Untersuchung. Dabei drückte Sie an meinem etwas voluminösen (Bier)bauch rum. Soweit alles ok, bis ich mich aufsetzen musste damit Sie meinen Rücken abtasten konnte. Tasten ging dem klopfen über, als Sie im Bereich meiner Niere klopfte durchzuckte mich ein elendiger Schmerz und ich musste laut aufschreien. Sie entschuldigte sich und bat mich nochmals auf den Rücken zu legen. Mit dem Ultraschallgerät Scannte Sie meine Organe. Als Sie meine Nieren Betrachtete drehte Sie den Bildschirm zu mir damit ich sehen konnte was Sie sah. Sie sagte meine Niere wäre hochgradig gestaut. Noch zwei bis drei Schnappschüsse, Blut- und Urinabgabe  und ab auf Station um das Krankenbett zu fassen. Wobei der Weg dorthin sehr schmerzreich war und mein Magen 2x rebellierte. Ich fühlte mich hundeelend, die Sehnsucht nach einem Ende der Schmerzen war sehr groß. Eine Schwester holte mich am Fahrstuhl ab und zeigte mir das gut eingerichtete Zimmer mit allem Komfort. „Endlich lohnt sich der Privatpatientenstatus“ dachte ich mir. Etwa eine Minute später kam der Stationsarzt mit einem Flüssigkeits- und Schmerzmittelgemisch an. Dummerweise bekam ich einen zentral Katheter, einen sog. Butterfly, verpasst. Auch noch in den Handrücken, doch irgendwie war mir alles egal. Hauptsache diese verdammten schmerzen hören auf. Ich sah wie die Flüssigkeit meine Vene erreichte und dort kalt in meinen Körper floss. Eine Krankenschwester trat ein und legte mir ein komisches Hemd mit Stümpfen auf das Bett. Sie überreichte dem Arzt einen Zettel und er wendete sich wieder mir zu. Es war ein Aufklärungsbogen zum Legen einer Harnleiterschiene.  Meine Niere sei hochgradig gestaunt und müsse entlastet werden. Ansonsten kann es zu schwerwiegenden Folgekomplikationen kommen. Er gab sich sehr viel Mühe mir alles genau zu erläutern und verwies auf mögliche Komplikationen. Diese las ich besser nicht durch, davon bekommt man nur Panik. Der Part ob ich Medikamente nehme war schlicht mit einem „Nein“ beendet.

Der Arzt sagte noch, der Narkosearzt käme in 10 Minuten vorbei um. Es ging alles so schnell die beiden Ärzte konnten sich beinahe die Türklinke geben. Nun gut, der Narkose Arzt stellte wiederum einige Fragen. Teilweise hatte ich diese bereits dem Stationsarzt mitgeteilt aber nun gut. Etwas geschockt war ich, als ich erfuhr, wann ich auf den Opfertisch soll. Bereits in einer knappen Stunde soll es losgehen. Er reichte mir die Hand, lächelte und sagt es handle sich um einen Routineeingriff der täglich praktiziert werde. Inzwischen wirkte das Schmerzmittel und ich konnte mich mit Hschid unterhalten. Mir ging es so gut, dass ich eigentlich heimgehen wollte. Ein hoch auf die Pharmaindustrie die solch geilen Stoff herstellen können.

Die Zeit Verrinn und die Schwester kam rein. Als ich immer noch in meinen Straßenklamotten auf dem Bett saß, fauchte diese mich an: „In 10 Minuten geht es in den Operationssaal. Ziehen Sie nun bitte die Strümpfe an.“  Ich entgegnete, dass ich keine Ahnung habe wie man die Teile anzieht. Sie darauf zu Hschid: „Raus hier!“. Er ging und ich musste mich ganz nackt ausziehen. Es war mit schon ziemlich peinlich da Sie auch meine Männlichkeit sah. Als Unterhose musste ich ein komisches Geflecht aus Stoff anziehen. Im OP wird dieser anscheinen aufgeschnitten. Desweiterem ein hässliches Flügelhemd mit freie Sicht auf meinen Po. Die Thrombosestrümpfe waren eine Herausforderung. Anziehen, dazu alleine, nie im Leben. Die Strümpfe waren so eng, die Schwester bekam diese kaum über meine Waden. Die Schwester brachte mir noch eine Beruhigungspille die ich brav mit einem Glas Wasser runterspülte. Nun lag ich alleine im Zimmer, schaute unter die Bettdecke und zog das Flügelhemd etwas hoch. Dort war mein bestes Stück… ich muss es zum Ersten Mal hilflos fremden Menschen überlassen die mit Geräten in meine Harnröhre fuhren. Hoffentlich geht alles gut… ich brauch den kleinen da unten noch! Besser nicht darüber nachdenken…

Die Tür öffnete sich und ein Krankenpfleger trat ein und sagte: „Sind Sie bereit? Es geht los in den OP!“. Ich nickte, die Hände von null auf nichts in Schweiß gebadet! Wow, ich hatte ziemlich schiss da ich während der OP nicht ansprechbar bin. Hilflos fremden Menschen ausgeliefert! Während der Krankenpfleger mein Bett aus dem Zimmer zog, dabei einige Ecken mit dem Bett mitnahmen, beruhigte er mich etwas. Er scheint meine Nervosität erkannt zu haben. Also Smalltalk bis und im Fahrstuhl über Hobby und Frauen. Vielleicht hätte ich nicht erwähnen sollen dass die junge blonde Assistenzärztin heiß aussieht… Schwamm drüber.

Die OP Tür war für mich noch verschlossen. Also erneut warten und das Beste denken. Nun war ich dort, wo ich nie hinwollte. Die Krankenhausatmosphäre liegt mir einfach nicht. Ein Laminatboden in einem komischen grau mit weißen Wänden gepaart. Manchmal ein Bild an der Wand um die tristen Gedanken zu erhellen. Die OP Schiebtür öffnete sich, es war soweit. Mein Bett reingeschoben neben dem OP Tisch. Ich wurde aufgefordert rüber zu rutschen was ich brav tat. Der Narkosearzt sah sich meinen Butterfly an und meinte an der Stelle ist dieser ungeschickt. In diesem Moment dachte ich: „Geil, das Ding kommt raus J“. Tja, falsch gedacht, zwar wurde der Butterfly entfernt doch an anderer Stelle ein neuer gepflanzt. Zumindest störte die Stelle am Unterarm nicht so. Zumindest war dies mein Eindruck. Im OP waren einige Monitore und es piepte aus allen Richtungen.  Eine Schwester legte mir an den Zeigefinger einen kleinen Clip an. Sie sagte mir zwar wofür der da ist doch heute weiß ich es nicht mehr. Anschließend wurden an der Brust mehrere Pads angelegte die das Herz überwachen. Der Narkosearzt laberte über Gott und die Welt. Eigentlich war mir nicht danach doch es lenkte meine Gedanken ab. Der Narkosearzt drückte eine Spritze in meinen Butterfly. Er fragte nach einigen kleinen Mathespielchen. Als Beispiel wie viel 5 mal 5 usw. Die ersten paar löste ich problemlos. Langsam wurde mir schummerig… ich versuchte dies noch dem Arzt mitzuteilen und dann wurde es dunkel…

—> Weiter geht es in Teil 2… schaut wieder vorbei 🙂