Amiga 1200 Elko durch Tantal ersetzen

Bereits vor einiger Zeit erneuerte ich die Elkos im Amiga Netzteil. Beim Einbau meiner neuen Festplatte fiel mein Blick auf einen SMD Elko auf dem Mainboard des A1200. Einige sahen dabei merkwürdig aus und waren matt und abgestumpft. Als kurz die Suchmaschine angeworfen und tada, dieses Symptom deutet auf ausgelaufenen Elko hin. Super Sache, am besten gleich alle runter machen und ersetzen. Doch mit was ersetzen… entweder wieder die gleichen auflöten oder als alternative welche die nicht auslaufen können. Also wählte ich normale Tantal´s aus in der Baugröße C und D und bestellte wiederum alles bei Reichelt. Im Amiga sind diese, außer im Audio Bereich, nur zur Pufferung der Betriebsspannung da. Wer ein feines Gehör hat kann im Audio Bereich die beiden Elko durch Bi-polare ersetzen. Vorsicht ist beim Einbau geboten, denn die Tantals zeigen den Plus Pol mit einen Strich an und die SMD Elko zeigen diesen mit der silbernen Seite (Minus = schwarz) an.
Achtung: Wer einen Tantal falsch einbaut dem blüht früher oder später ein Feuerwerk!  Nicht lachen, die Dinger explodieren förmlich und reißen im ungünstigsten Fall ein Lötpad oder ein Stück der Leiterbahn ab! Daher am besten vorher ein Foto machen über den richtigen Einbau und vor dem Einschalten, besser mehrmals kontrollieren ob die Polung richtig ist!

Elko durch Tantal ersetzt
Elko durch Tantal ersetzt
Elko durch Tantal ersetzt -2
Elko durch Tantal ersetzt -2

Dummerweise machte ich die Bilder nachdem das Gerät zusammengebaut war… 😦

Das Entlöten der SMD Elkos ist ziemlich einfach. Auf beiden Beinchen neues Lötzinn auftragen und mit hoher Hitze abwechselnd bei beide Beinchen die Lötspitze dranhalten. Nach einigen Sekunden lässt sich das Bauteil zur Seite schieben. Bitte niemals das Bauteil nach oben abziehen, beispielsweise mit einer Pinzette! Falls an einer Seite das Lot nicht heiß genug war, nehmt ihr evtl. ein Lötpad mit. Das Malör nachher zu reparieren ist deutlich aufwendiger als ein paar Sekunden länger zu erhitzen!
Ist der Elko runter am besten das Pad mit frischem Lötzinn nachstreichen und anschließend alles mit Entlötlitze säubern.  Anschließend neuer Tantal drauf, auf die Polung achten, und vorsichtig anlöten. Für das Einlöten machte ich an beiden Stellen einen klecks Lötzinn auf die Pads. Anschließend legte ich den Tantal auf und drückte diesen auf das Board (natürlich vorsichtig!) und erhitzte das Metallstück an der Tantalseite. Somit wurde die Hitze nach unten an das Lötzinn weitergegeben und verband sich mit dem Pad. Diese Vorgehensweise klappte bei mir sehr gut da die Tantals teilweise genauso lang sind wie die beiden Pads. Aber gut, Übung macht den Meister 🙂
Nachdem das Werk vollbracht war lief der Amiga wie am ersten Tag. Dieses Wochenende war eine Retrosession und erhielt vom Anfang bis zum Ende, insgesamt ca. 8-10 Std., durch ohne einen Absturz!

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Amiga 1200 – Festplattenersatz

Am 2.02.2012 hauchte, nach ca. 15 Jahren Lebenszeit, meine Quantum Fireball Festplatte im Amiga 1200 Ihr Leben aus. Diese Platte hat immer treue Dienste geleistet, hielt viele Programmiersessions durch und steckte manchen ruppigen Schlag weg.

Quantum Fireball 1GB
Quantum Fireball 1GB

Scheiden tut weh, vor allem für denjenigen, der zurück bleibt. Nun galt es nach passenden Ersatz zu suchen. Regelrecht angepriesen gelten derzeit CF- oder SD Karten als gute Alternative. Also bestellte ich mir eine Transcend 4GB 133x und einen 44-poligen Adapter fürs direkte Aufstecken auf den IDE Port. Die HD Toolbox erkennt die CF Karte brav und ich richtete zwei Partitionen ein. Die erste Partition hatte etwa 1GB für die Workbench und der Rest fand Verwendung in der Tool Partition. Seit meiner ersten Festplatte im Amiga 500 trenne ich immer Betriebssystem und meine Daten. Nach dem Neustart dann der erste Schock. Das Betriebssystem meldet einen Checksummen Fehler in Block XYZ. Kannte das Problem seitens der Fastlane Z3 für den Amiga 4000. An dieser Stelle wurden die Dateien wohl nicht richtig geschrieben. Da stimmt also was mit der Mask bzw. MaxTransfer Einstellung nicht. Also im Internet gesucht und die richtige Einstellung für MaxTransfer scheint wohl 0x1FE zu sein. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich mir schon ohje. Das Ding ist beim Lesen und Schreiben dermaßen langsam… zudem stürzt der Rechner häufig mit WHDload ab. Das Phänomen kannte ich früher mit einer richtigen Festplatte nicht! Sehr wahrscheinlich hängt dies mit dem Controller auf der CF Karte zusammen. Als nächstes eine SanDisk angeschlossen in der Hoffnung eine kompatiblere Karte zu erwischen. Tja, falsch gedacht, nach ein paar weiteren vergeudeten Stunden gab ich gefrustet auf. Entweder mache ich was falsch oder stelle mich nur doof an (oder beides) 🙂 !
Zwar mag die CF Karte kaum Strom benötigen und wird auch nicht sehr warm, doch bitte schön, wenn die Karte den Amiga nicht stabil halten kann. Was hat sowas in einem System verloren?

Ohne groß zu überlegen kam ich zur Überzeugung eine neue Festplatte muss her. Eine 3,5 Zoll Platte war mir dann doch zu groß. Vor allem was soll ich am Amiga mit 500GB anfangen? In meinem Kruschtelkasten fand ich eine Toshiba 1,8 Zoll Festplatte die früher in einem MP3 Player Ihr Werk verrichtete. Dummerweise fehlte mir der Adapter von 50 auf 44-Stifte. Kein Problem, bei Ebay gibt es alles. Kurz gesucht, gefunden, bestellt und 2 Tage später war der Adapter da.

Welche Hürden da aufkamen lest Ihr im nächsten Artikel.