Griechenland ist abgebrannt

Sparen, sparen, sparen ist das Wort seit Wochen. Das EU Land Griechenland ist bankrott und wird von seinen EU Partner Staaten zum Sparen gezwungen. Ohne weitere Einsparungen seitens der Griechen gibt es kein Rettungspaket in Form von EU Geldern. Streng genommen, fließen keine EU Gelder, sind die Griechen dann doppelt pleite?
Verwunderlich ist die Haltung der EU mit Ihrer Sparmentalität. Eigentlich fügt diese Haltung mehr Schaden zu als diese nützt. Der griechische Staat muss seine privaten Unternehmen zu einem Spottpreise und deutlich unter Wert verkaufen. Die wenigen Unternehmen und die Bevölkerung werden zu höheren  Steuerabgaben gezwungen. Natürlich bringt der Verkauf von Staatsunternehmen übergangsweise Geld. Doch hat Griechenland außer seinem Tourismus und seinen Olivenbauern keine Wirtschaft um das Land flott Richtung „Schuldenfrei“ zu dirigieren. Stattdessen freuen sich ausländische Investoren die das eine oder andere Schnäppchen auf den Schultern der eh gebeutelten Griechen schlagen. Griechenland gibt es heute zum Sonderangebot!
Die EU Politiker brüsten sich mit dem neuen Rettungspaket von 110 Milliarden Euro. Gut, die Griechen selbst bekommen davon nicht so viel. Geht es primär darum die EZB, inzwischen auch eine „Bad Bank“, zu stützen. Private Gläubiger sollen sich an der Griechenland Hilfe freiwillig beteiligen.  Im Klartext, Banken und Versicherungen sollen Ihre miesen Griechischen Staatsanleihen durch neue Staatsanleihen mit längerer Laufzeit eintauschen. Das einzige Problem an der Sache ist, Banken und Versicherungen müssen Gewinne erwirtschaften. Wieso sollten diese auf freiwilliger Basis erneut investieren ohne Netz und doppelten Boden? Achja stimmt, ist das nicht der Steuerzahler?
Inzwischen ist mir klar, jeder deutsche Haushalt kann besser wirtschaften als alle deutschen Politiker zusammen. Mehr als einen Furz im Hirn braucht es wohl nicht für eine Politikerkarriere. Für was braucht es ein EU Parlament wenn die Staaten keine Union bilden?
Lasst den Griechen Ihr Würde und lasst Sie aus dem Euroraum austreten.

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Phase5 Blizzard 1230 MK-IV vs. DCE Typhoon MK-2

Bei beiden Produkten aus dem Hause Phase5 und DCE handelt es sich um sogenannte Turbokarten für den Commodore Amiga 1200.

Typhoon MK-2 und Blizzard MK-IV
Typhoon MK-2 und Blizzard MK-IV

Hier vorab die wichtigsten Spezifikationen:

Blizzard 1230 MK-IV Typhoon MK-2
Hersteller Phase5 DCE
Herstellungszeitraum 1994-1996 1999
Prozessor Motorola 68030 50MHz PGA Motorola 68030 40MHz QFP
Co-Prozessor (optional) Motorola 68882 PGA Motorola 68882 PGA
Max. RAM 128 MB EDO-RAM 64 MB EDO-RAM
RAM autokonfigurierend Ja Jumper auf der Platine
PCMCIA friendly Ja Ja
TK RAM verfügbar wenn aus nein nein
Abschaltbar Drücken der Taste „2“ Jumper auf der Platine
SCSI On-Board Optional, zusätzlichen 128MB Ja
Echtzeituhr Ja Ja
MAPROM Funktion Ja nein

Blizzard 1230 MK-IV
Die Blizzard Turbokarten Serie war eine Entwicklung von der damaligen Hardware Edelschmiede Phase5. Der letzte Wurf der 1230 Serie war die MK-IV. Die Verarbeitung ist wie von Phase5 gewohnt hervorragend. Die Karte sitzt passgenau und zum einsetzen muss der Amiga nicht geöffnet werden. Das Einsetzen erfolgt über den Erweiterungsschacht an der Gehäuse Unterseite. Die MK-IV ist sehr gutmütig wenn es um die RAM Bestückung geht.  Die Karte lief mit allen mir zur Verfügung stehenden Speicherriegeln ohne einmal zu mucken. Einsetzen, einschalten und Spaß haben… so sollte es bei Amiga Hardware sein.
Desweiteren ist die Karte für eine 1230er auch rasend schnell . Bisher kenne ich keine schnellere 68030 Prozessorkarte für den Amiga 1200. Rein auf die Anbindung des Speicherinterfaces übertrumpft die Karte locker Ihre größeren Brüder mit 68040 bzw. 68060 Prozessor.

Blizzard 1230 MKIV Bustest
Blizzard 1230 MKIV Bustest

Anhand des optional Ansteckbaren  SCSI Controllers wird die Karte nicht durch den langsamen PIO IDE Controller ausgebremst. Was nützt eine schnelle Turbokarte wenn die Daten schnarchend zum Prozessor gereicht werden? Als nettes Schmankerl bietet der SCSI Controller zusätzlich die Möglichkeit den Speicher, um weitere 128 MB, auf insgesamt 256 MB RAM zu erweitern.

Sysinfo Blizzard MK-IV
Sysinfo Blizzard MK-IV

Typhoon MK-2
Die Typhoon MK-2 ist eine Entwicklung von DCE. Thomas Dellert entwickelte neben der getesteten Karte auch die M-TEC  Viper V. Beide Karte sind sich vom Aufbau und Design sehr ähnlich und beide verwenden das gleiche SCSI device (EMATSCSI.device).
Die Karte selbst ist sauber verarbeitet und besitzt, anders als die oben genannte Blizzard MK-IV, deutlich weniger Logikbausteine. Der Einbau der Karte ist etwas hakelig und ohne das öffnen des kompletten A1200 bekam ich die Karte nicht eingebaut obwohl diese ca. 3 cm kürzer ist. Ein weiterer Minuspunkt im Design ist die Anbringung des SIMM Sockels. Nach Einbau der Karte lässt sich die Abdeckklappe auf der Unterseite nicht mehr schließen. Dies sehe ich als Designfehler an und sollte einer damals renomierten Amiga Hardware Schmiede nicht passieren. Ich persönlich möchte die Öffnung gerne durch die Klappe geschlossen sehen, auch um die teure Hardware zu schützen. Zudem ist die Typhoon Karte inzwischen recht selten.

Typhoon MK-II Bustest
Typhoon MK-II Bustest

Sofern am SCSI Controller keine Festplatte hängt, gönnt sich der Amiga eine gedenkpause von ca. 20 Sekunden bis der Zugriff auf den internen Datenträger am IDE Port erfolgt. Abkürzen lässt sich diese Pause durch drücken der linken Mausetaste direkt nach dem Einschalten. Die Geschwindigkeit des SCSI Controllers ist mit 6,8 MB ordentlich. Wobei die Messung mit Sysinfo erfolgte und somit nur zur Orientierung dienen soll. Der Anschluss an der SCSI Festplatte erfolgt über ein 50-poliges Kabel. Ein durchreichen an externe SCSI Geräte ist nicht vorgesehen.
Der Prozessor hat leider nicht die Durchschlagskraft der Blizzard MK-IV. Sei es nun durch eine Designtechnische Schwäche oder durch die um 10 MHz verringerte CPU Taktfrequenz. Wobei dies im Jahr 2011 nicht mehr ausschlaggebend sein dürfte. Damit kann jeder Amiga Freak leben 🙂

Sysinfo Typhoon MK-2
Sysinfo Typhoon MK-2

Fazit
Beide getesteten Karten sind hervorragend und uneingeschränkt empfehlenswert.
Die Blizzard MK-IV überzeugt als schnellste 68030 Turbokarte und hervorragender Verarbeitung. Dank optionalem SCSI-Controller sind nur kleinere Wartezeiten beim Datentransfer zu erwarten. Leider kostet der Controller beinahe so viel wie die Blizzard Turbokarte selbst. Wer das Geld ausgeben kann sollte es auch tun. Der Amiga reagiert deutlich flotter mit SCSI. Zudem ist der SCSI Controller auch für die Blizzard 1240 und 1260 einsetzbar.
Die Typhoon MK-2 überzeugt mit gutem Speicherinterface und integriertem SCSI-Controller.
Beide Karten sind Ihr Geld wert und zeigten auch im Dauereinsatz keine Aussetzer und keine Abstürze. Was will der heutige Amiga Anwender mehr? Ein Amiga 1200 mit einer der beiden Karten mit installiertem WHDload stellt die optimale Spielmaschine dar.

Wann haben Sie zum letzten Mal Ihren Amiga 1200 eingeschaltet? Vielleicht sollten Sie es jetzt wieder tun!

Mein erster Commodore Computer

Gerade 25 Jahre ist es her als ich im Kindesalter mit 10 Jahren in das Computerzeitalter einstieg. Diesen Umstand verdankte ich damals meinem Nachbarn Markus M. . Er hatte einen Commodore 64 im Brotkastengehäuse, Datasette, einen S/W Fernseher und zwei Joysticks. Bei vielem im Leben ist der erste Eindruck der Entscheidende. Mein Nachbar Markus zeigte mir Wizard of Wor, im Prinzip ein Spiel mit simplem Aufbau und 2 Spieler Option. Nach 6 Stunden Multiplayer, in den Tiefen der Kellergewölbe des Worlord und des Wizards of Wor, stand für mich eines fest… ich brauche einen Computer… und zwar einen Commodore C64. Das Problem an der Sache war, genauso wie heute auch noch, der happige Preis. Neben der Computereinheit ist zudem ein Massendatenspeicher notwendig und weitere Peripherie in Form von Joysticks und Kassetten bzw. Disketten notwendig. Der C64 kostete damals gute 900 DM und ein Diskettenlaufwerk etwa 1000 DM. Das ist natürlich eine Menge Geld.

An diesem Abend erstellte ich mir den Schlachtplan um an das Geld ranzukommen. Mir war klar, es wird ein langwieriges Unternehmen, vielleicht sogar ein Himmelfahrtskommando, doch nur wer wagt kann auch gewinnen.

Als erstes mussten die Eltern mobilisiert werden. Daher musste ich ihnen deutlich machen, wie ernsthaft mir der Computer war. Daher schnitt ich vom Quelle Katalog das Bild mit dem Computer C64 aus und klebte dieses an die Wand oberhalb meines Bettes. Von meinen Eltern erhoffte ich mir natürlich die Unterstützung mit Bargeld zum Geburtstag und Weihnachten. Der nächste Punkt war mein Bruder. Er ist 5 Jahre älter und begann in dieser Zeit seine Lehre. Optimal für mich, denn wer Arbeitet verdient Geld. Daher unternahm ich  öfters die Anstrengungen meinen Bruder und meinem Nachbar zusammen zu führen in der Hoffnung, meinen Bruder vom Computer infizieren zu lassen. Leider hatte ich mich in diesem Fall verspekuliert. Mein Bruder fand den Computer doof.

Nach ca. 1 Jahr des Sparens und des Hoffens kam Gevatter Zufall zuhilfe. Mein Bruder und ich besuchten unseren Cousin. Wir sahen uns nicht oft da er weiter entfernt lebte. Das einzig begehrenswerte in seinem Zimmer war der c64 II mit Diskettenlaufwerk! An diesem Tag spielten wir Pitstop 2, The Last Ninja, Loderunner, Commando, Who Dares Wins 2, Blue Max, World Games, Winter Games und viele mehr. Das Eis bei meinem Bruder war gebrochen und er wollte auch einen Computer. Mein Cousin arbeitete zu der Zeit bei Quelle und konnte dank Rabatte einen nagelneuen C128D für 899 DM besorgen. Mein Bruder bestellte am gleichen Abend noch das Gerät und ich steuerte gute 255 DM dazu. Dies war notwendig um sicherzustellen, dass ich auch Rechte am Computer haben und dieser nicht ausschließlich von meinem Bruder verwendet wurde.

Nach 2 Wochen Lieferzeit war es soweit. Eine weiße Schachtel, Aufschrift Commodore C-128D stand im Flur und wartete darauf, endlich Strom zu bekommen. Das Gerät war schnell aufgebaut, der AV Kanal am Fernseher schnell gefunden und das Gerät meldete sich mit einem grünen Bildschirm. Hm, wieso ist der Bildschirm grün und nicht blau? Hatten wir evtl. das falsche Gerät gekauft? Nach Anruf bei meinem Cousin war schnell klar, Commodore Taste drücken und das Gerät einschalten. Dann springt das Gerät sofort in den C64 Modus. Das funktionierte auch sofort und der C64 Modus begrüßte und mit seinem blinkendem Cursor und einem wartenden READY. Von meinem Cousin erhielten wir im Vorfeld einige bespielte Spiele Disketten. Die Diskette World Games eingelegt, Verriegelung nach unten gelegt und wie geht es weiter? Nach einem kurzem Telefonat war klar, ein LOAD „*“,8 gefolgt von RUN startete das Spiel.

Ab diesem Tag wurden Kontakte auf dem Schulhof geknüpft und weiter ausgebaut. Schließlich war es wichtig Programme zu tauschen um an neue „Ware“ ranzukommen. In den großen Pausen wurden Hilfestellungen und Lösungsmöglichkeiten zu Spielen diskutiert, neuste Basic Tricks vorgetragen und neue Bastellösungen in Magazinen gezeigt. Mit meinen Freunden war wir einmal pro Monat im Kaufhaus X in Biberach. Die dortige Computerabteilung war die zentrale Anlaufstelle der Computerverrückten. Interessanterweise war seitens der Erwachsenen kaum Interesse da. Natürlich kann mich meine Wahrnehmung auch trüben :).  Damals nahm man es übrigends mit dem Copyright auf Software nicht ganz genau. Selbst die Verkäufer in den Computerabteilungen, teilweise selbst erst zwischen 17 und 20 Jahre alt, tauschten unter der Hand Software aus. Zu jener Zeit war es zudem möglich Software nach Gebrauch umzutauschen. Einige meiner damaligen Freunde waren fit genug den Kopierschutz zu entfernen und gaben das Spiel später wieder zurück. Damit es nicht auffiel kaufte jede Woche ein anderer ein Spiel.

Während meiner besten Zeit hatte ich ca. 400 Disketten. Die Entscheidung war immer schwer was man löschen soll wenn man etwas neues bekam. In dieser Phase lernte ich Basic und Assembler. Der Computer stellte den Mittelpunkt meines kleinen Universums dar.  Trotzdem traf man sich mit Freunden zum Fußball und Radfahren.

So gingen einige Jahre dahin… bis wiederum mein Nachbar zu Besuch vorbeikam und meinte: „Hey, kommt mal zu mir rüber, ich hab jetzt einen Amiga 500 und ihr müsst Euch unbedingt Defender of the Crown ankucken.“ Doch dies ist eine andere Epoche und ihr müsst unbedingt lesen wie es weiterging…